Der schwäbische Automobilbauer Daimler verkauft 15 Mercedes-Benz-Niederlassungen in Ostdeutschland

Der schwäbische Automobilbauer Daimler verkauft 15 Mercedes-Benz-Niederlassungen in Ostdeutschland eine Tochtergesellschaft der chinesischen Lei Shing Hong Group. - Bild: kru

Der schwäbische Automobilbauer Daimler verkauft 15 Mercedes-Benz-Niederlassungen in Ostdeutschland eine Tochtergesellschaft der chinesischen Lei Shing Hong Group.

Ziel des Verkaufs sei es, die optimale Betreuung der Kunden sicherzustellen, langfristig wirtschaftlich und profitabel agieren zu können und somit Arbeitsplätze zu sichern.

Stern Auto übernimmt die Mercedes-Benz-Niederlassungsstandorte in Leipzig, Dresden, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Valluhn und Upahl mit insgesamt rund 1.000 Mitarbeitern, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Damit werde der Fortbestand der Betriebe sichergestellt und die Kunden fänden auch in Zukunft das Verkaufs- und Serviceangebot von Mercedes-Benz an allen gewohnten Standorten.

Diese Entscheidung hat sich schon länger angedeutet. Lei Shing Hong hatte bereits zuvor den Zuschlag für drei Standorte in Erfurt, Arnstadt und Weimar bekommen. Immer wieder gab es Gerüchte, das chinesische Unternehmen wolle auch weitere 15 ostdeutschen Autohäuser übernehmen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der zuständige Vertriebsvorstand Ola Källenius am Rande einer Veranstaltung gesagt, dass man sich beim Verkauf zu den 15 ostdeutschen Standorten “in fortgeschrittenen Gesprächen” befinde und “bald” mit einem Abschluss rechne.

Schwaben wollen Kosten weiter drosseln

Vor der Einigung mit den Chinesen am Freitag hatte Daimler bereits für 25 der insgesamt 63 Standorte, die deutschlandweit veräußert werden sollen, einen Käufer gefunden. Daimler hatte etwa vor einem Jahr angekündigt, sich von mehr als jedem Dritten der nach damaligen Angaben 158 eigenen Autohäuser und Werkstätten zu trennen.

Das Unternehmen will durch den Verkauf die Kosten drosseln. Analysten und Investoren werfen dem Management des Konzerns immer wieder vor, im Vergleich zur Konkurrenz BMW und Audi zu hohe Personalkosten zu haben, die auf die Gewinne drücken.

Insgesamt haben die Stuttgarter deutschlandweit nach vorangegangenen Angaben mehr als 1.100 Autohäuser und Werkstätten für Pkw und Nutzfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz. Rund 970 Standorte werden von privaten Partnerunternehmen geführt, die mit Daimler einen Vertrag haben.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke