Nicht nur Luxusfahrzeuge, auch die florierende Lkw-Konjunktur haben zu Daimlers Gewinnsprung

Nicht nur Luxusfahrzeuge, auch die florierende Lkw-Konjunktur haben zu Daimlers Gewinnsprung beigetragen (Bild: Daimler AG).

STUTTGART (Dow Jones/ks)–Unter dem Strich fuhr der Stuttgarter Automobilbauer von Januar bis März einen Gewinn von 1,2 Mrd Euro ein, wie der DAX-Konzern am Freitag mitteilte. Das war erwartungsgemäß fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum, als die Kunden nach der Wirtschaftskrise nur zögerlich in die Autohäuser zurückkehrten.

Die guten Verkaufszahlen ließen den Umsatz den Konzerns im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15% auf 24,7 Mrd Euro steigen. Vor Zinsen und Steuern fuhr Daimler einen Gewinn (EBIT) von 2,0 Mrd Euro ein und damit 71% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Den größten Teil zum Gesamtergebnis steuerte mit 1,3 Mrd Euro die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars bei, zu der die Marken Mercedes-Benz, smart, Maybach und AMG gehören. Das waren 60% mehr als im Auftaktquartal des Vorjahres. Im Auftaktquartal hatte Daimlers Pkw-Tochter 12% mehr und vor allem teurere Neuwagen verkauft, insbesondere in China – ein neuer Rekord. Die Umsatzredite verbesserte sich nach Konzernangaben auf 9,3%.

Auch das renditestarke Lastwagen-Geschäft des Konzerns brummte weiter, nachdem die Kunden auch in Westeuropa und den USA die Krise abgehakt haben. Mit knapp 90.000 Lastwagen hatte der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller nach eigenen Angaben bis Ende März 27% mehr Lastwagen an die Kunden gebracht als im Vorjahreszeitraum. Die Lkw-Verkäufe steuerten damit nach Konzernangaben 415 Mio Euro zum gesamten operativen Konzerngewinn bei und erzielte eine Marge von 6,6%. 65% mehr Bestellungen im ersten Quartal dürften sich zudem in den kommenden Monaten im Umsatz niederschlagen. Zuvor hatten bereits die schwedischen Konkurrenten Volvo und Scania überraschend gute Ergebnisse vorgelegt.

Daimlers Transportersparte steigerte ihr Ergebnis angesichts eines Verkaufsplus’ von 16% ebenfalls. Der operative Gewinn verdreifachte sich auf 173 Mio Euro.

Nicht ganz so gut lief es in der Bus-Sparte, wo bisher vor allem Fahrgestelle, aber wenige ganze Busse verkauft wurden. In den ersten drei Monaten des Jahres knickten die Verkäufe um 8% ein und bescherten der Sparte einen Verlust von 33 Mio Euro. Der Konzern geht jedoch davon aus, dass das Geschäft im zweiten Halbjahr anzieht.

Im Geschäft mit Finanzdienstleistungen musste Daimler nach dem Ende der Wirtschaftskrise weniger Geld für faule Kredite einplanen und steigerte von Januar bis März den operativen Gewinn auf 321 Mio Euro.

Die Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS trug im ersten Quartal 74 Mio Euro zum Ergebnis bei. Im Vorjahr hatte das Debakel um den Militärtransporter A400M für einen Millionenverlust gesorgt.

Mit Rekordverkäufen wollen die Schwaben in diesem Jahr mehr Umsatz und Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) einfahren als 2010. Und auch wenn Finanzvorstand Bodo Uebber in diesem Jahr aufgrund der Investitionen in neue Modelle und Werke eine Delle nicht ausschließen wollte, soll die Rendite des Pkw-Geschäfts bis 2013 von zuletzt 8,7% auf 10% steigen. Die höchste Marge hatten die Stuttgarter mit ihrer Pkw-Sparte 2007 mit 9,1% erreicht. Die Schwaben hatten das schon lange angestrebte Renditeziel in der Wirtschaftskrise auf Eis gelegt.