STUTTGART (Dow Jones/Börsenzeitung/rm). Der Finanzvorstand des Stuttgarter Automobilherstellers, Bodo Uebber, sagte der “Börsen-Zeitung” (BöZ – Samstagausgabe), er würde es jedenfalls begrüßen, “wenn in unserer Aktionärsstruktur einmal chinesische Adressen vertreten sind.” Dieses Projekt sei aber eher langfristig angelegt. “Größere Aktionäre aus China kann ich mir gut vorstellen, aber wir planen nicht, in absehbarer Zeit einen weiteren Ankeraktionär in der Größenordnung von Kuwait und Abu Dhabi an uns zu binden”, sagte Uebber.

Kuwait ist mit rund 7% an Daimler beteiligt, Abu Dhabi hält gut 9%. Wird die Beteiligung von Renault/Nissan von 3,1% hinzugerechnet, kommen knapp 20% zusammen, “auf die wir bauen können”, so Uebber. Damit trat der Finanzvorstand auch immer wieder an den DAX-Konzern herangetragenen Sorgen entgegen, die Aktionärsstruktur sei zu schwach, um eine feindliche Übernahme zu verhindern.

Mit gewissem Optimismus blickt Uebber auf die Kreditwürdigkeit des Konzerns, insbesondere nach dem positiven Start in das neue Jahr und dem auch im zweiten Quartal anhaltend aufwärts gerichteten Geschäftsverlauf. Schließlich kann eine Anhebung der Bonitätsnote um eine Stufe laut Uebber für sich genommen die Refinanzierungskosten um 20 bis 40 Basispunkte verbessern. Die Position des Unternehmens in den Gesprächen mit den Ratingagenturen habe sich verbessert. Im laufenden Monat stünden Rating-Gespräche an.

Zunächst gehe es uns darum, den Ausblick zu drehen, führte Uebber aus. Ziel bleibe ein “A”-Rating. Standard & Poor’s und Moody’s bewerten die Bonität von Daimler mit “BBB +” bei negativem Ausblick. Fitch vergibt aktuell ein “A3″-Rating, ebenfalls mit negativem Ausblick.

Am Bondmarkt wird sich Daimler vermutlich so schnell nicht zeigen. “So leid es mir tut für alle jene, die gerne einen Daimler-Bond kaufen würden, wir werden zunächst einmal mit Abstinenz glänzen”, sagte Uebber. Daimler habe sich rechtzeitig in der Krise finanziell wärmer angezogen. Solange die Kapitalmärkte stabil blieben, umso mehr werde die Liquidität in Richtung normale Niveaus bewegt. “Wir werden die derzeit hohe Bruttoliquidität sukzessive abschmelzen. Das tut nebenbei auch unserem Zinsergebnis gut”, fügte Uebber hinzu. Aktuell liegt die Bruttoliquidität laut Uebber noch immer weit über 10 Mrd EUR.