MÜNCHEN (Dow Jones/rm). “Wir haben mit Mercedes-Benz die gleiche Marke im Pkw- und Nutzfahrzeug-Geschäft”, sagte Renschler der Wirtschaftszeitung “Euro am Sonntag” (EamS). Zudem hätten beide Sparten in sehr vielen Ländern gemeinsame Vertriebsgesellschaften und profitierten in Forschung und Entwicklung voneinander. “Wir glauben, dass wir den Mehrwert auch in der bestehenden Konstellation heben können”, sagte er. Nach Berechnungen von Analysten notiere Daimler an der Börse derzeit rund 25% unter dem Wert seiner Einzelteile. Daher hätten Analysten zuletzt mehrfach die bestehende Konzernstruktur der Stuttgarter in Frage gestellt, heißt es weiter.

Mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zeigte sich Renschler indes zufrieden. Der Trend zeige “eindeutig nach oben”. “Wir sind ähnlich gut unterwegs wie die Industrie”, sagte er mit Blick auf die jüngsten Zahlen des Verbands der deutschen Automobilindustrie. Im ersten Halbjahr waren die Auftragseingänge für Fahrzeuge über sechs Tonnen laut VDA gegenüber dem – schwachen Vorjahreszeitraum – um 80% gestiegen, die Auslandsnachfrage hatte sich mehr als verdoppelt. Renschler sagte, in Brasilien lägen die Auftragseingänge seit Monaten auf Rekordniveau. Starkes Wachstum verzeichnet der Konzern zudem in Ländern wie Vietnam, Indonesien oder Malaysia. Im wichtigen nordamerikanischen Markt sieht der Leiter von Daimler Trucks für die Konzern-Marken Freightliner, Western Star oder Detroit Diesel ein Orderplus “von vielleicht 15%”. Auch in Europa werde die Nachfrage “leicht zulegen”.

Angesichts des besseren Marktumfelds werde das operative Ergebnis für Daimler Trucks im laufenden Jahr “wohl eher am oberen Ende” der derzeit gültigen Prognose von 500 bis 700 Mio EUR liegen, sagte Renschler. Mit Blick auf die steigende Nachfrage will der Konzern in diesem Sommer auch auf Werksferien in seinen deutschen Werken verzichten. Man werde “durchproduzieren, wenn auch auf moderatem Niveau”, sagte er dem Blatt.