Daimler Lkw

Daimler reagiert auf die anhaltend schwache Lkw-Nachfrage in Brasilien und will deshalb 1.500 Jobs im Werk in Sao Bernardo do Campo streichen. - Bild: Daimler

Das teilte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage von Dow Jones Newswires mit. Ende vergangener Woche sei den betroffenen Mitarbeitern die Kündigung für Anfang September zugeschickt worden, sagte der Sprecher weiter. Seit Monaten verhandeln Unternehmen und Arbeitnehmervertreter miteinander. Daimler sei jedoch weiterhin gesprächsbereit. Es gehe darum, für die Mitarbeiter eine Lösung zu finden, sagte er.

Demnach hatten die Mitarbeiter Anfang Juli gegen ein Angebot gestimmt, welches Daimler zuvor gemeinsam mit der lokalen Gewerkschaft ausgehandelt hatte. Auch in den vergangenen Tagen habe es noch einmal ein Angebot von Seiten des Unternehmens gegeben, welches die Gewerkschaft jedoch abgelehnt hatte. Unter anderem geht es dabei laut Unternehmen um temporäre Arbeitszeitverkürzungen ähnlich der Kurzarbeit sowie um Kürzungen des Gehalts.

Konzernbetriebsratsvorsitzender Michael Brecht kritisierte das Vorgehen des Unternehmens. "Wir fordern die Unternehmensleitung auf, die Kündigungen umgehend zurückzunehmen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Es muss ein Kompromiss gefunden werden, der für die Belegschaft und das Unternehmen gleichermaßen tragbar ist", sagte er.

Die Wirtschaft in Brasilien schwächelt schon seit längerem. Zudem sind die Nutzfahrzeug-Verkäufe in Brasilien stark von staatlichen Subventionen abhängig. In den ersten sechs Monaten war der Absatz von Lastwagen in Brasilien um 44 Prozent eingebrochen. Daimler hatte Einbußen in einer ähnlichen Größenordnung zu verkraften.

"Mit einer schnellen Erholung des Marktes ist leider nicht zu rechnen", sagte der Unternehmenssprecher und bekräftigte damit vorangegangene Aussagen. Daimler hat seit Anfang des Jahres 2013 wegen der drastisch eingebrochenen Verkäufe bereits 3.000 Stellen in Brasilien abgebaut. Zur Jahresmitte beschäftigte Daimler in Brasilien noch knapp 11.900 Mitarbeiter.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke