Hohe Kosten für neue Produkte und Rohstoffkosten, negative Wechelkurseffekte und Abschreibungen auf

Hohe Kosten für neue Produkte und Rohstoffkosten, negative Wechelkurseffekte und Abschreibungen auf Beteiligungen haben Daimlers Gewinn zuletzt gedrückt. Finanzchef Bodo Uebber zeigt sich dennoch zuversichtlich (Bild: Daimler).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–In den vergangenen Monaten hatten sich Sorgen breit gemacht, das schwierige Wirtschaftsumfeld könnte die schwankungsanfällige Autoindustrie in die nächste Krise stürzen. Bislang spürt Daimler die Schuldenkrise in Europa und die schwächelnde Konjunktur in den USA nicht. “Die Produktion läuft weiter auf Hochtouren”, erklärte Uebber in einer Telefonkonferenz. Hohe Kosten für neue Produkte und Rohstoffkosten, negative Wechelkurseffekte und Abschreibungen auf Beteiligungen machten dem Automobilkonzern zwischen Juli und September allerdings das Leben schwer. Obwohl Verkäufe und Einnahmen zulegten, schrumpfte der Gewinn deutlich.

Dank der boomenden Nachfrage in Schwellenländern und des Aufwärtstrends in den USA steigerte Daimler den Absatz auf Konzernebene um gut ein Zehntel auf 525.500 Fahrzeuge. Die Einnahmen legten um 5% auf gut 26,4 Mrd Euro zu. Vor Zinsen und Steuern verdiente der DAX-Konzern trotzdem nur noch knapp 2 (Vorjahr: 2,4) Mrd Euro und unterm Strich knapp 1,3 (1,5) Mrd Euro.

Für den Gewinnrückgang machte Daimler neben positiven Einmaleffekten, die den Gewinn im Vorjahrsquartal aufgebläht hatten, Kosten für die Einführung der neuen M- und B-Klasse sowie des Lkw-Flaggschiffs Actros verantwortlich. Außerdem musste Daimler wegen der starken Kursverluste insgesamt gut 130 Mio Euro auf die Beteiligungen an Renault und dem russischen Nutzfahrzeughersteller Kamaz abschreiben. Bereinigt um die Sondereffekte lag der operative Gewinn etwas höher als im Vorjahr.

Am Markt war – unter Herausrechnung der genannten Sondereffekte – von soliden Zahlen die Rede. Die Aktie legt am Morgen in einem sehr festen Gesamtmarkt um gut 2% auf 38,76 Euro zu. Wegen der Sorgen über den Zustand und die Aussichten der Automobilindustrie hatte das Papier im bisherigen Jahresverlauf fast ein Viertel seines Wertes verloren.

Auch in Stuttgart ist man mit dem Erreichten zufrieden: “Daimler hat auch im dritten Quartal sehr erfolgreich gearbeitet”, sagte Vorstandschef Zetsche. “Alle Geschäftsfelder haben sich wie erwartet entwickelt”. Trotz heftigen Gegenwinds durch die Anlaufkosten und Wechselkurseffekte erwirtschaftete die Pkw-Sparte Merecedes-Benz eine Umsatzrendite von 8% (Vorjahr: 9,5%), im Nutzfahrzeuggeschäft waren es 7,3% (7,7%).

Sollte es für die Branche im kommenden Jahr deutlich bergab gehen, sieht die Führungsriege das Unternehmen besser gerüstet als noch in der Krise 2008/09. Daimler sei flexibler denn je aufgestellt, sagte Vorstandschef Zetsche. Die Umsatzstruktur sei ausbalancierter, die Kostenstrukur besser und die Bestände seien niedriger, ergänzte Uebber. In der schweren Branchenkrise hatte Daimler viel Geld verbrannt, da das Management nach Einschätzung vieler Analysten zu spät reagiert hatte.

“Unser Unternehmen (…) verfügt über eine sehr gesunde Bilanz”, sagte Zetsche. “Alle Geschäftsfelder verfolgen sehr konsequent ihre Ziele und liegen voll auf Kurs”. Ab 2013 peilt Daimler bei Mercedes-Benz eine Rendite von 10% und im Lkw-Geschäft von 8%.