Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im vergangenen Jahr abermals mehr verdient: Der Stuttgarter

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im vergangenen Jahr abermals mehr verdient: Der Stuttgarter Automobilkonzern entlohnte die Arbeit seines Vorstandsvorsitzenden berechnet nach den HGB-Regeln mit rund 8,36 Millionen Euro. - Bild: Daimler

Zetsche verdiente damit rund 120.000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Auch für alle übrigen noch amtierenden Mitglieder seines Vorstands weist der Daimler-Konzern in dem am Dienstagmittag veröffentlichten Vergütungsbericht gestiegene Gesamtgehälter aus.

Im Fall von Zetsche hat ausschließlich ein höherer Bonus den Gehaltsanstieg ausgelöst: Die Grundvergütung des Konzernchefs blieb unverändert bei rund zwei Millionen Euro. Den festen Gehaltsanteil der übrigen Vorstandsmitglieder erhöhte der Daimler-Aufsichtsrat dagegen um etwa fünf Prozent.

Insgesamt wendete der Automobilhersteller im vergangenen Jahr damit laut HGB-Berechnung rund 28,53 Millionen Euro auf, um seine Konzernvorstände zu vergüten. Im Vorjahr hatte Daimler mit rund 30,23 Millionen Euro eine noch etwas höhere Gesamtvergütung ausgewiesen. Grund für den Rückgang ist aber nur der Wechsel von Andreas Renschler zu Volkswagen. Renschlers Gehalt musste Daimler deshalb nur bis zum 28. Januar des vergangenen Jahres zahlen.

Der weitaus größte Teil des Gehalts der Daimler-Vorstandsmitglieder besteht aus Bonuszahlungen, die der Konzern anhand der Entwicklung von Kennzahlen berechnet. Unter anderem hat laut Vergütungsbericht die Veränderung des operativen Ergebnisses (EBIT) großen Einfluss auf die Boni.

Die Gesamtvergütung eines Jahres erhalten die Vorstandsmitglieder darüber hinaus nicht sofort, sondern teils mit einer Verzögerung von mehreren Jahren. Längerfristige Indikatoren, etwa die Entwicklung des Daimler-Aktienkurses, können die tatsächliche Auszahlung deshalb noch erhöhen oder verringern.

Tatsächlich zahlte Daimler seinem Vorstandschef Zetsche im Jahr 2014 deshalb noch wesentlich mehr als die nach HGB-Berechnung ausgewiesene Gesamtvergütung: In Form von Überweisungen, geldwerten Vorteilen und ähnlichen Zuflüssen gingen rund 14,42 Millionen Euro an den Konzernchef. Die Zahl, die Daimler angesichts neuer Anforderungen durch den Deutschen Corporate Governance Kodex erstmals ausweist, beziffert das Unternehmen für das Vorjahr auf 13,67 Millionen Euro.

Daimler hatte im vergangenen Jahr unter anderem dank neuer Fahrzeugmodelle sowohl den Absatz und den Umsatz als auch den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn deutlich gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des laufenden Geschäfts erhöhte sich um 27 Prozent auf 10,15 Milliarden Euro. Für das angefangene Jahr kündigte Zetsche Anfang Februar weitere Verbesserungen an. Dazu sollen auch Sparbemühungen beitragen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke