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Chinesische Investoren verfolgen in Europa laut DIW unterschiedliche Strategien. - Bild: Pixabay

Nach den Ergebnissen der Berliner Forscher unterscheiden sich die Faktoren, die die Investitionen beeinflussen je nach Investitionsart. Für Investitionen in Westeuropa werde aus China mehrheitlich durch den Erwerb von Unternehmensanteilen investiert, zum Beispiel von "hidden champions", also von Marktführern in ihrem speziellen Segment. In Mittel- und Osteuropa würden dagegen öfter Neugründungen vorgenommen.

Laut der Studie sind die wichtigsten Faktoren für Investitionen aus China die Marktgröße im Zielland und die Intensität des bilateralen Handels des Landes mit China. Bei Neugründungen wirkten sich Lohnstückkosten, die Größe des industriellen Sektors und die Regulierungsdichte eher negativ auf die Investitionen aus. "Solide Institutionen, die auf stark regulierte, härter umkämpfte Märkte hinweisen, wirken eher abschreckend auf chinesische Investoren", erklärte Studienautor Christian Dreger.

Die chinesischen Direktinvestitionen im Ausland erreichten laut den Angaben 2015 über 145 Milliarden US-Dollar, und die EU ist dabei die erste Zielregion. Die unterschiedlichen Strategien je nach Zielland erschwerten allerdings eine koordinierte Antwort der gesamten EU. "Übernahmen durch chinesische Firmen in bestimmte Technologien zu erschweren oder gar zu unterbinden wäre nicht zielführend", betonte Dreger aber. Vielmehr solle auf ein EU-China-Abkommen hingearbeitet werden.