KSB kümmert sich schon seit längerem um demographische Fitness. Für den Umgang mit alternden

KSB kümmert sich schon seit längerem um demographische Fitness. Für den Umgang mit alternden Belegschaften gibt es keine "Knallerlösung" so Ingenics.

ULM (ks). Jedes Jahr erreichen 500.000 Menschen das 65. Lebensjahr, mit weniger Arbeitskräften soll aber gleichzeitig mehr als heute produziert werden. „Bis 2020 werden wir 1,6 Millionen Erwerbstätige verlieren. Vor allem für weniger attraktive Unternehmen im ländlichen Raum wird es schwierig, ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen“, erklärte Ingenics-Vorstand Jörg Herkommer.

Ingenics hat vier Bausteine für den Erfolg beim Umgang mit der alternden Gesellschaft identifiziert, die Jörg Herkommer erläuterte. Am Anfang der Methode, die in jedem Unternehmen anwendbar sein soll, steht der „Demographie-Check“, der sämtliche Einflüsse der Entwicklung abbildet und zwar über strukturelle Kennzahlen, spezifische Altersstrukturanalysen, Befragungen von Unternehmensleitung und Belegschaft, belastungsorientierte Tätigkeits- sowie Umgebungsanalysen. Die Maßnahmen „Menschen befähigen“, “Produktionssystem weiterentwickeln“ und „Unternehmen attraktivieren“ sollen Unternehmen dabei helfen, die besten Talente zu gewinnen und zu binden und durch intelligente Maßnahmen die älter werdenden Belegschaften zu motivieren und zu befähigen.

„Ein Projektbeispiel zeigt, dass – in dem konkreten Unternehmen – das Durchschnittsalter der Belegschaft bis 2020 von 48,8 auf 55,5 Jahre steigen wird, dementsprechend müssen wir jetzt handeln“, sagte Jörg Herkommer. „Aber wo ist die perfekte Lösung, das Angebot, in das ich investiere und ein berechenbares Ergebnis bekomme?“ Einen verlässlichen ROI dürfe man hier nicht erwarten: „Den Knaller gibt es nicht, aber eine Vielzahl von effektiven Einzelmaßnahmen.“

Das bestätigte auch BMWs Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt im Kurzinterview über die “alternsgerechte Fabrik” von BMW Dingolfing.

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Für Mutmacher und Hoffnungsträger
Der demographische Wandel und seine Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft findet in der Politik überhaupt nicht statt, befand der Fernsehmoderator, Theologe, Philosoph und Bestsellerautor Peter Hahne in seinem Gastvortrag. Werteverlust, Bildungsnotstand und die demographische Entwicklung führten uns auf einen Weg, der dringendes Gegensteuern erfordere. „Wenn die ideellen Werte verfallen, geht es auch an die materiellen Werte“, so Hahne. Auf schnelle Gewinne fixierte austauschbare Manager und schamlose Geldmarktspekulanten seien Beispiele für die Entwicklung, die geradewegs in die schlimmste Krise, die allgemeine Vertrauenskrise führe. „Wenn wir uns nicht auf Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit verlassen können, verabschieden wir uns in die innere Emigration“, so Hahne.

„Wir brauchen alle klare Ziele, Mitarbeiter müssen wissen, wofür die Führungskräfte stehen, welche Konzepte, Visionen und Strategien sie haben.“ Eine Zuschauerdemokratie und Politiker, die nur der jeweils aktuellen Stimmung im Volk hinterherlaufen, dagegen nicht. So gebe es keine Rechtfertigung dafür, das Thema „Demographische Entwicklung“ zu tabuisieren: „Wir wissen, was in 30 Jahren sein wird, wir können die Entwicklung schwerlich aufhalten, aber wir haben die Chance, die Auswirkungen zu steuern.“ Das Drittel der Schulabgänger, die gar nicht ausbildungsfähig seien, zeige die Misere, gleichzeitig aber auch ein Potenzial. Dass Ingenics die Demographische Entwicklung zum Thema der Ulmer Gespräche gemacht hat, begeistert Hahne geradezu. „Machen Sie nach diesem Tag keinen Punkt, sondern einen Doppelpunkt, nehmen Sie etwas mit“, appellierte er an die Besucher. Vorbild sein, Perspektiven bieten und nicht zuletzt die „Abwanderung der Besten“ verhindern seien wichtige Ansätze. „Wir brauchen Mutmacher und Hoffnungsträger, nicht Miesmacher und Bedenkenträger, die Zukunft gehört denen, die der nachfolgenden Generation Hoffnung geben.“