Kurz nach dem Start einer Frachtmission zur Internationalen Raumstation (ISS) ist eine Trägerrakete

Kurz nach dem Start einer Frachtmission zur Internationalen Raumstation (ISS) ist eine Trägerrakete des Typs “Falcon 9″ explodiert. - Bild: SpaceX

Kurz nach dem Start einer Frachtmission zur Internationalen Raumstation (ISS) ist eine Trägerrakete des Typs “Falcon 9″ explodiert.

Nach Angaben der NASA explodierte die Rakete am Sonntag wenige Minuten nach dem Start von Cape Canaveral in Florida, noch bevor sich die Raumkapsel “Dragon” mit 1,8 Tonnen Fracht für die ISS von der Rakete lösen konnte.

Ersten Analysen zufolge habe es einen “Überdruck in einem oberen Flüssigsauerstofftank” gegeben, erklärte der Chef der privaten Betreiberfirma SpaceX, Elon Musk. NASA-Chef Charles Bolden zeigte sich “enttäuscht”. Die drei Astronauten an Bord der ISS seien aber sicher und hätten noch ausreichend Vorräte für mehrere Monate.

Rückschlag für die Raumfahrt

Die Explosion ist ein gravierender Rückschlag für NASA und SpaceX. Es sollte der siebte Versorgungsflug des Frachters werden, alle vorherigen hatten abgesehen von kleineren Pannen stets reibungslos geklappt. Ende Oktober war allerdings ein anderer unbemannter Versorgungsfrachter – der von der Firma Orbital Sciences entwickelte “Cygnus” – ebenfalls beim Start zur ISS explodiert.

An Bord der “Dragon” war unter anderem auch ein riesiger “Parkplatz”, der sogenannte International Docking Adaptor, der es künftigen privaten bemannten Missionen erleichtern sollte, an die Raumstation anzudocken.

Trägerrakete sollte wieder auf der Erde landen

Eigentlich wollte SpaceX nach dem Start einen erneuten Versuch starten, die Trägerrakete wieder unbeschadet auf der Erde landen zu lassen. Dabei sollte die “Falcon 9″ auf einer im Ozean schwimmenden Plattform aufsetzen. Alle vorherigen Versuche endeten mit einer Bruchlandung.

Das Unternehmen arbeitet fieberhaft an einer Art Revolution der Raumfahrt: Bislang zerbersten die hunderte Millionen Dollar teuren Trägerraketen stets komplett und fallen als Schrott ins Meer, nachdem sie ihre Lasten ins All ausgesetzt haben. Nach den Vorstellungen von SpaceX sollen sich die Raketen hingegen eines Tages wie Flugzeuge immer wieder einsetzen lassen.

Karoline Kopp/Dow Jones Newswires