Endmontage des Airbus A320 in Hamburg: Knackpunkt der Tarifverhandlungen sind die unterschiedlichen

Endmontage des Airbus A320 in Hamburg: Knackpunkt der Tarifverhandlungen sind die unterschiedlichen Einschätzungen zwischen Arbeitnehmern und dem Unternehmen über mögliche Produktivitätssteigerungen (Bild: Airbus).

Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires

HAMBURG (ks)–Es müsse “vernünftig” miteinander geredet und eine Lösung im Interesse aller gefunden werden. Um dieses Ziel zu erreichen, reagierte Airbus erneut auf die Hauptforderung der Arbeitnehmer nach sicheren Arbeitsplätzen. “Wir bekennen uns zum Standort Deutschland wie kaum ein anderes Unternehmen und sind bereit, trotz aller weltwirtschaftlicher Probleme Tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze bis 2020 zu garantieren”, hieß es. Details nannte der Sprecher aber nicht. Es ist allerdings bekannt, dass das Unternehmen für diese Beschäftigungssicherung die Steigerung der Arbeitsproduktivität in einem Maß fordert, wie sie Gewerkschaft und Betriebsrat nicht für möglich halten.

Dies ist auch der Knackpunkt in den Verhandlungen. Wegen der unterschiedlichen Einschätzungen über mögliche Produktivitätssteigerungen verhandeln die Tarifvertragsparteien seit 1,5 Jahren und können sich nicht auf einen Kompromiss einigen. Das jüngste Treffen fand am Mittwoch statt, endete aber schon nach kurzer Zeit ergebnislos.

Airbus begründete den schnellen Abbruch dieses Treffens mit einem Zeitmangel bei der Gewerkschaft. Die IG Metall verwies indes auf Drohungen des Unternehmens, Teile der Produktionen ins Ausland verlagern zu wollen. Aufgrund dieser Aussagen seien konstruktive Verhandlungen nicht möglich gewesen, sagte IG Metall-Tarifsekretär Daniel Friedrich.

Um die Tarifverhandlungen zu beschleunigen, wollen die Arbeitnehmer ihre Forderungen mit einem Warnstreik untermauern. “Am Verhandlungstisch kommen wir nicht weiter”, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Der Aufruf der Gewerkschaft gilt für 16.000 Airbus-Beschäftigte an den vier deutschen Standorten Hamburg, Bremen, Buxtehude und Stade. Die Arbeitsniederlegungen beginnen am Freitag um 9.15 Uhr und betreffen alle drei Schichten. Kundgebungen begleiten den Arbeitskampf.