Matthias Wissmann

Kaufprämie für E-Autos in diesem Jahr: "Solche Entscheidungen sollten noch dieses Jahr wirksam werden", forderte VDA-Präsident Matthias Wissmann. - Bild: VDA

"Solche Entscheidungen sollten noch dieses Jahr wirksam werden", forderte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch in Berlin.

Verstärkt gehört nach seinen Vorstellungen auch der Ausbau der Ladesäulen, wovon aktuell nur 5.600 in der Republik stehen. "Das ist viel zu wenig. Der Kunde erwartet zu Recht eine einfache Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum", meinte Wissmann.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der die Förderung der E-Mobilität hochfahren möchte, erklärte am Mittwoch, dass bis März ein gemeinsamer Rahmenplan mit den Autokonzernen entwickelt werden soll. "Das Thema Elektromobilität entscheidet zusammen mit der Digitalisierung über die Zukunft der Automobilindustrie", meinte der SPD-Vorsitzende am Mittwoch.

Am Vorabend hatten sich Gabriel, Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf Einladung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Chefs von Volkswagen, BMW und Daimler getroffen. Es handelte sich dabei um erste Beratungen, wie der deutliche Rückstand auf die Ziele der Bundesregierung verkürzt werden kann. Eigentlich sollen in Deutschland im Jahr 2020 schon 1 Million E-Autos über die Straßen rollen.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer drängt die Bundesregierung zur Eile. "Wir müssen jetzt gucken, dass wir die E-Autos auf die Straße bekommen", sagte Dudenhöffer im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Vor acht Jahren schon sei das Ziel von 1 Million Wagen ausgerufen worden, aber passiert sei nichts. Der Autoforscher von der Uni Duisburg-Essen ist davon überzeugt, dass der Wert bis 2020 selbst mit staatlichem Kaufzuschuss nicht mehr erreicht wird. "Wir kommen vielleicht auf 400.000 Autos", meinte Dudenhöffer. Aktuell sind nur wenige zehntausend Stromwagen zugelassen.