Deutsche Bahn

Im Rahmen eines mehrjährigen Programms seien Kurzfristmaßnahmen, wie die Verbesserung der Pünktlichkeit der Züge, und Langfristmaßnahmen geplant. - Bild: Deutsche Bahn/Volker Emersleben

Bahn-Chef Rüdiger Grube wolle angesichts der schwierigen Lage mit einem einschneidenden Konzernumbau gegensteuern, berichten die Welt, das Handelsblatt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Im Rahmen eines mehrjährigen Programms seien Kurzfristmaßnahmen, wie die Verbesserung der Pünktlichkeit der Züge, und Langfristmaßnahmen geplant.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte auf Anfrage mit, dass der Vorstand dem Aufsichtsrat am 16. Dezember ein mehrjähriges Programm vorlegen will. Dabei gehe es um "mehr Qualität, mehr Kunden und mehr Erfolg". Darüber hinaus wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Das Handelsblatt und die FAZ berichten, dass der Nettoverlust der Bahn dieses Jahr bei über einer Milliarde Euro liegen dürfte. Aus einem Jahresumsatz von rund 40,6 Milliarden Euro resultierte zwar ein EBIT von 1,75 Milliarden Euro. Unter anderem seien wegen Neubewertungen im Güterverkehr jedoch außerordentliche Abschreibungen von 1,3 Milliarden Euro notwendig. Dazu kämen weitere 700 Millionen Euro für die Sanierung.

Unverändert bleibe die Dividende an den Eigentümer Bund von 850 Millionen Euro. Dafür nehme der Vorstand laut Welt einen Anstieg der Verschuldung von derzeit gut 18 Milliarden auf bis zu 22 Milliarden Euro in Kauf. Nach Steuern bleibe die Bahn auf einem Verlust von 1,257 Milliarden Euro sitzen, so die FAZ.

Mehrjähriges Drei-Stufen-Programm

Im Rahmen des mehrjährigen Programms seien drei Stufen geplant. In der ersten sollen laut Welt akute Ärgernisse der Bahnkunden abgestellt werden, unter anderem durch neue Informationssysteme an den Bahnsteigen. Das Problem der Zugverspätungen wolle die Bahn unter anderem durch mehr Geld für neue Weichentechnik in den Griff bekommen. Ab 2016 solle das Angebot im Fernverkehr deutlich verbessert werden. Im Zeitraum bis 2020 solle der Schienenverkehr weiter stabilisiert werden. Bis 2030 seien dann grundlegende Verbesserungen im Schienenverkehr geplant.

In der Summe sei der Umbau der größte seit der Umwandlung des Bundesunternehmens in eine Aktiengesellschaft 1994. Trotz knapper Mittel wolle der Bahn-Vorstand in den kommenden fünf Jahren 20 Milliarden Euro in die verschiedenen Sparten investieren, so die Welt.