Moody´s kritisiert den überraschenden Abgang von Jain und Fitschen. - Bild: Deutsche Bank

Moody´s kritisiert den überraschenden Abgang von Jain und Fitschen. - Bild: Deutsche Bank

Ungewohnt offene Kritik der Ratingagentur: Während Investoren den abrupten Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank beklatschten, äußern die Analysten von Moody’s ernsthafte Bedenken.

Der angekündigte Austausch verdeutliche die Dringlichkeit und die Herausforderungen beim Umbau des Instituts und sei letztlich negativ für die Anleihebesitzer, heißt es von der Ratingagentur am Dienstag.

Nur wenige Wochen nach Bekanntgabe einer neuen Strategie haben die beiden Co-Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, am Wochenende überraschend ihren Rücktritt angekündigt. Neuer Chef soll John Cryan werden, der von 2012 bis 2014 Top-Manager des Staatsfonds Temasek aus Singapur und davor von 2008 bis 2011 Finanzvorstand der UBS war.

Cryan, so Moody’s, sei in der aktuellen Lage der Deutschen Bank eine sinnvolle Wahl. Doch die Tatsache, dass die Bank nicht per sofort einen internen Kandidaten als Nachfolger benannt habe, deute darauf hin, dass die Pipeline an Führungspersönlichkeiten nicht angemessen sei.

Letztlich seien die Hürden für Cryan bei der Stärkung und Stabilisierung der Profitabilität die gleichen, vor denen Fitschen und Jain standen. Der Erfolg wird im Endeffekt laut Moody’s davon abhängen, wie hoch die Kosten für Altlasten, Regulierung und Prozesse ausfallen und wie die Bank zusätzlich 3,7 Milliarden Euro an Ausgaben einsparen kann, ohne dadurch dem Geschäft zu schaden.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht