Die deutsche Industrie hat im Februar einen überraschenden Rücksetzer beim Auftragseingang

Die deutsche Industrie hat im Februar einen überraschenden Rücksetzer beim Auftragseingang erlitten. Die gesamten Auftragseingänge fielen preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,9 Prozent gegenüber Januar. - Bild: E.ON

Die gesamten Auftragseingänge fielen preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,9 Prozent gegenüber Januar, wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mitteilte. Die von Dow Jones befragten Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 1,5 Prozent vorhergesagt.

Vor allem die Bestellungen von Investitions- als auch von Vorleistungsgütern gaben deutlich um 1,1 Prozent beziehungsweise 1,2 Prozent nach. Während die Bestellungen aus dem Inland stagnierten, fiel die Auslandsnachfrage 1,6 Prozent schwächer aus als im Vormonat.

Im Januar ist die Auftragsentwicklung nicht ganz so schlecht verlaufen wie zunächst berichtet. Statt wie ursprünglich gemeldet um 3,9 Prozent sind die Bestellungen nach revidierten Daten nur um 2,6 Prozent gefallen.

Im weniger schwankungsanfälligen und daher aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen die Auftragseingänge um 0,5 Prozent tendenziell weiter zu. “Die Dynamik hat sich im Vergleich zu den Vormonaten allerdings etwas abgeschwächt, insbesondere bei den Auslandsbestellungen”, stellten die Experten von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) fest. “Positive Impulse kamen aus dem Inland.”

Nach der starken Entwicklung im zweiten Halbjahr 2014 seien die Auftragseingänge in der Industrie sehr verhalten ins neue Jahr gestartet, erklärte das Ministerium. Auch aufgrund geringer Großaufträge seien die Bestellungen in den ersten beiden Monaten deutlich schwächer ausgefallen.

Weil die Stimmungsindikatoren aber weiterhin positive Signale aussendeten, dürfte “die Grundtendenz in der Industriekonjunktur moderat aufwärtsgerichtet bleiben”, gaben sich die Experten des Ministeriums zuversichtlich.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke