Ulrich Grillo

Ulrich Grillo: "Wir kritisieren jegliche Manipulation scharf. Jedes Unternehmen muss sich an die geltenden Regeln halten." - Bild: BDI

Ulrich Grillo, der Präsident des Bundesverbands der Industrie BDI, nimmt in seltener Offenheit Stellung zu den groben Fehlern eines mächtigen Unternehmens aus der eigenen Branche. "Wir kritisieren jegliche Manipulation scharf. Jedes Unternehmen muss sich an die geltenden Regeln halten", verlangte Grillo. Der Skandal müsse nun lückenlos aufgeklärt werden.

Der Maschinenbauverband VDMA greift die Befürchtungen seiner Mitgliedsfirmen explizit in einer Erklärung auf. "Mit Sorge sieht der VDMA, dass ein Fehlverhalten nun auf die gesamte deutsche Industrie übertragen werden könnte", teilte der Verband mit. "Rund eine Million Mitarbeiter in Deutschland geben allein im deutschen Maschinenbau jeden Tag ihr Bestes, um den verdienten guten Ruf der Industrie zu verteidigen", sagte VDMA-Chef Thilo Brodtmann. Sie bewiesen in ihrer Arbeit, dass sie sowohl die Anforderungen der Kunden als auch der Behörden erfüllen könnten.

Auch in den wirtschaftsfreundlichen Parteien ist die Verärgerung über den größten Konzern des Landes groß. Was in der Automobilindustrie passiert sei, sei ein "schwerer Vertrauensverlust - und das könnte für uns durchaus wirtschaftliche Probleme haben", sagte CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder am Mittwoch. "Wir wollen, dass mit offenen Karten gespielt wird. Zur Innovationsfreude eines Landes gehört auch Vertrauen", betonte der Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat zugegeben, dass der Konzern das Vertrauen seiner Kunden missbraucht hat. VW droht in den Vereinigten Staaten eine Milliarden-Streife.