Bild: Rob hyrons/fotolia

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Quelle: IW Köln
Quelle: IW Köln

Alarmierende Prognose vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln): Der Flüchtlingszustrom könnte bis 2017 etwa 50 Milliarden Euro kosten. "Steuergelder in erheblichem Umfang sind erforderlich, um den Flüchtlingen Unterkunft und Verpflegung sowie eine Perspektive zur Integration bieten zu können. Das verschärft den Druck auf die öffentlichen Kassen", fasst Studienautor Dr. Tobias Hentze zusammen.

Um eine Neuverschuldung in den meisten Ländern und auch im Bund zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, ist laut IW Köln eine "kritische Überprüfung der Ausgaben" erforderlich. Oder anders ausgedrückt: Deutschland muss sparen. Wie unter anderem im 'Handelsblatt' zu lesen ist, streiten Bund und Länder bereits darüber, wer welche Kosten übernimmt und wie die Last am besten verteilt wird.

Hier würden Produktioner sparen...

Produktion hat in einer exklusiven Blitz-Umfrage die Meinung von Lesern eingeholt und gefragt:

Wo soll Deutschland zur Bewältigung der Flüchtlingskrise sparen – und wo nicht?

Die Antworten der 339 Produktioner, die an der Umfrage teilgenommen haben, sind eindeutig: Zuerst darf der Rotstift demnach bei deutschen EU-Beiträgen (12%) und dem Euro-Rettungsschirm bzw. der Griechenrettung (11%) angesetzt werden. Knapp dahinter will die deutsche Industrie an den Flüchtlingskosten (10%) selbst sowie an den Kosten für Megaprojekte (10%) wie dem Hauptstadtflughafen BER oder der Hamburger Elbphilharmonie drehen, gefolgt von Politiker-Bezügen (10%), Branchen-Subventionen (9%) und Industrie-Rabatt für die Ökostrom-Umlage (8%).

Und hier auf keinen Fall...

Auf keinen Fall sparen darf Deutschland laut dem Ergebnis unserer Umfrage in erster Linie an Sozial- und Sicherheitsthemen sowie Infrastrukturinvestitionen:

Schule und Bildung (13%), Polizei (11%), Investitionen in Infrastruktur (9%) sowie Kinder- und Elterngeld (9%), BaföG (7%) und Rente (7%) stehen ganz oben auf der Liste der Dinge, die aus Sicht unserer Leser auf keinen Fall gekürzt werden sollten.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wollten sich auf Anfrage von Produktion nicht zu den Fragen nach konkreten Sparmöglichkeiten in Deutschland äußern. "Mehr als den Hinweis, dass das Kabinett über Einsparmöglichkeiten im konsumtiven Bereich zugunsten einer Stärkung der investiven Bereiche diskutieren müsste, können wir derzeit nicht geben", heißt es von einem Sprecher des BDI.

Neben den Kosten für Asylbewerber muss Deutschland auch für viele bereits anerkannte Flüchtlinge mit Arbeitserlaubnis weiterhin sorgen: Die Bundesagentur für Arbeit rechnet laut 'SZ' allein für 2016 mit rund 350.000 Flüchtlingen, die auf die staatliche Grundsicherung, also auf Hartz IV, angewiesen sein werden.

Für eine größere Ansicht der Ergebnisse auf die Grafik klicken.

Umfrage Sparen 01
Frage 01: Wo kann in Deutschland gespart werden?
Umfrage Sparen 02
Frage 02: Wo sollte auf keinen Fall gespart werden?

N24: Hohe Kosten für Integration - Quelle: N24