DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Der Gesamtbranchenumsatz dürfte 2010 um organisch 6% auf 3,1 Mrd Euro steigen, prognostizierte der Industrieverband Klebstoffe (IVK) am Donnerstag. Im Vorjahr war der Umsatz um 3% zurückgegangen.

Erfreulich sei vor allem die deutlich spürbare Belebung der Konjunktur in den Bereichen Fahrzeugbau und Elektroindustrie, erklärte der Verband. Genau diese Bereiche waren im vergangenen Jahr von der Wirtschaftskrise besonders betroffen und waren hauptsächlich für den Geschäftsrückgang der Industrie verantwortlich gewesen.

Konjunkturrobuste Segmente, etwa die Konsumentenklebstoffe oder Klebstoffe für Lebensmittelverpackungen, profitierten von der wirtschaftlichen Erholung nun überproportional. Auch die Bereiche Bau und Handwerk entwickelten sich positiv.

Die gesamtwirtschaftliche Erholung habe aber auch Schattenseiten. Die steigende Nachfrage nach Spezialchemikalien habe Versorgungsengpässe und Preissteigerungen bei wichtigen Schlüsselrohstoffen zur Herstellung von Klebstoffen zur Folge, erklärte die IVK. Nachdem die petrochemische Industrie im vergangenen Jahr ihre Anlagekapazitäten zur Herstellung von Spezialchemikalien gedrosselt bzw. dauerhaft stillgelegt habe, könne die derzeit stark steigende Nachfrage nach Grundchemikalien nicht bedient werden.

Die aktuelle Versorgungs- und Preissituation bei Rohstoffen sei als kritisch zu bewerten, warnte der Verband. Die Gefahr einer daraus folgenden Verknappung von Klebstoffen stehe aktuell allerdings nicht zu befürchten. Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der deutschen Klebstoffindustrie zeigte sich der Verband optimistisch.