FRANKFURT (Dow Jones/rm). Im ersten Halbjahr hätten Daimler, MAN und Co. mit 129.080 Lastwagen und Bussen 7% mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Freitag bei einer Konferenz in Frankfurt. Allerdings waren die Verkäufe und Bestellungen im Vorjahr im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise dramatisch eingebrochen.

Der Verband geht davon aus, dass der Aufwärtstrend auch im zweiten Halbjahr anhalten wird. Trotz dieser Lichtblicke sei die Krise noch nicht überstanden, warnte Wissmann. “Es wird länger dauern, bis wir das Absatzniveau wieder erreicht haben, das wir vor der Krise hatten.” Die Hersteller etwa in Westeuropa, Nordmerika und Japan würden im laufenden Jahr wegen der schwächeren Nachfrage 30% bis 40% weniger Lkw, Transporter und Busse produzieren als vor der Krise 2008.

Bei den vor allem für MAN und Daimler wichtigen schweren Lkw über 6 Tonnen könne der weltweite Absatz im kommenden Jahr aber schon wieder das Vorkrisenniveau erreichen, schätzt der VDA. Im ersten Halbjahr 2010 hatten die deutschen Hersteller 80% mehr Aufträge für schwere Lastwagen erhalten als im krisengeschüttelten Vorjahreszeitraum. Nach dem Rekordjahr 2007 hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 deutliche Spuren in der Nutzfahrzeugbranche hinterlassen und der Industrie 2009 ein enttäuschendes Jahr beschert.

Die Hersteller selbst zeigten sich vorsichtiger: Das Vorkrisenniveau werde voraussichtlich erst zwischen 2012 und 2014 erreicht, sagte der Vorstand des weltgrößten Nutzfahrzeugherstellers Daimler Trucks, Andreas Renschler. Auch der Vorstandsvorsitzende von MAN, Georg Pachta-Reyhofen, rechnet damit, erst 2013 das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. An die Rekordverkaufszahlen aus dem Jahr 2007 anzuschließen, werde noch länger dauern.