Industriefunken

Der hohe Auftragsbestand soll Hoffnung auf Aufschwung in der Produktion geben. Doch Experten rechnen mit moderatem Wirtschaftswachstum. - Bild: Pixabay

Der Boom im Baugewerbe hält unvermindert an. Experten der Bayerischen Landesbank verwiesen zudem auf einen vorübergehenden Effekt durch die Lage der Ferien.

Andere Experten sind skeptischer. Für Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, spiegelt sich in der Produktionsschwäche die schwache Auftragsentwicklung wider. Da die Aufträge auch im Juli enttäuscht hätten, sei auch für die Folgemonate noch mit einem Dämpfer bei der Produktion zu rechnen.

Zusammen mit den schwachen Exportdaten sei dies "kein guter Vorbote" für das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Ralph Solveen, Experte bei der Commerzbank, rechnet für die Monate von Juli bis September nur noch mit einem moderaten Wirtschaftswachstum.

Der Auftragsmangel soll Schuld sein

Die Ausfuhren verringerten sich laut den Statistikern um 0,9 Prozent gegenüber Juni. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Die Einfuhren stiegen kräftig um 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Exporte und Einfuhren jeweils deutlich. Der Monatsvergleich beschreibt eher die kurzfristige, der Jahresvergleich eher die mittelfristige Entwicklung des Außenhandels.

Der Exportmotor sei ins Stottern geraten, hieß es von Experten des Versicherers Allianz. "Ein wesentlicher Grund hierfür ist sicherlich der andauernde Handelskonflikt mit den USA. Hält die Verunsicherung lange genug an, schlägt sie sich letztendlich auch in der Wirtschaftsaktivität nieder, egal ob es nun zu einer Zuspitzung kommt oder nicht."