Hans Jürgen Kerkhoff

"Über die Stahlindustrie sind weltweit dunkle Wolken aufgezogen", sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, anlässlich der Jahrestagung Stahl 2015 in Düsseldorf. - Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl rechnet damit, dass die Rohstahlproduktion in Deutschland den Vorjahreswert von 42,9 Millionen Tonnen nicht überschreiten wird. Bisher hatte der Branchenverband eine Produktion von 43,3 Millionen Tonnen prognostiziert. 2016 dürfte sich die Stahlnachfrage nach den Erwartungen der Vereinigung allerdings wieder erholen, da die Konjunktur bei den Verarbeitern weiterhin "solide" verlaufe.

"Über die Stahlindustrie sind weltweit dunkle Wolken aufgezogen", sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, anlässlich der Jahrestagung Stahl 2015 in Düsseldorf. Das mache sich auch in Deutschland bemerkbar. Hintergrund sind laut Kerkhoff die deutlich gestiegenen Exporte aus China, die zunehmend in die EU kommen. Der Branchenpräsident rechnet damit, dass die Überkapazitäten in China weiter wachsen und im nächsten Jahr wohl mehr als 400 Millionen Tonnen betragen werden.

Kerkhoff forderte vor dem Hintergrund, dass die Anti-Dumping-Maßnahmen der EU konsequenter angewendet und schneller durchgeführt werden. Zudem warnte er vor weiteren Belastungen für die Branche durch die europäische Energie- und Klimapolitik. Wenn die EU-Kommission bei ihren Plänen zum Emissionshandel bleibe, stehe die Existenz der Stahlindustrie in Europa auf dem Spiel, sagte Kerkhoff.