Stahl

Die deutschen Stahlproduzenten sind nach eigener Aussage mit den Ergebnissen des Welt-Stahlforums zufrieden. - Bild: Arcelormittal

Bei dem Treffen der 33 Industrienationen in der deutschen Hauptstadt hatten sie sich zuvor auf einen gemeinsamen Bericht geeinigt, in dem sie sich grundlegend zu weniger Subventionen und weniger Exportkrediten für Stahl bekennen.

Damit sollen die enormen Überkapazitäten auf dem globalen Stahlmarkt abgebaut werden, die einen Preisverfall ausgelöst haben. "Am Ende braucht es verbindliche Regeln, die die marktwirtschaftlichen Anpassungsprozesse stärken", mahnte Kerkhoff. Es müssten alle marktverzerrenden Subventionen auf den Prüfstand.

In der Tat beschloss das Stahlforum weder einen konkreten Schließungsplan für überschüssige Stahlwerke, noch verständigten sich die Länder auf Sanktionen, wenn gegen die Abmachung verstoßen wird. Diese Themen sollen kommendes Jahr unter der Leitung Argentiniens besprochen werden, das ab Freitag die G20-Präsidentschaft von Deutschland übernimmt. Das Welt-Stahlforum ist in die internationalen Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer eingebettet, weitere Stahlländer sind dazu eingeladen.

Europäer und Amerikaner machen China dafür verantwortlich, den Weltmarkt unfair mit gedumptem Billigstahl zu überschwemmen. Die USA prüfen derzeit, ob sie Schutzzölle auf Stahl erheben, um die eigenen Hütten vor der harten Konkurrenz zu bewahren. Die Maßnahmen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump zielen zwar auf das Reich der Mitte, würden aber die Europäer genauso treffen. Trump hatte im Wahlkampf den Stahlarbeitern versprochen, sich für ihre Sache einzusetzen. Die laufende Prüfung setzt bei der nationalen Sicherheit an und untersucht, ob die hohen Stahlimporte die Rüstungsproduktion in den USA gefährden.

Mit einem Anteil von 35 Prozent am globalen Stahlexport ist China der dominierende Spieler auf dem Weltmarkt. Die Hütten im Reich der Mitte werden teilweise durch günstige staatliche Kredite über Wasser gehalten.