Deutsche Telekom

Getragen wird die positive Geschäftsentwicklung bei der Deutschen Telekom aktuell fast ausschließlich von den Erfolgen in den USA. - Bild: Telekom

Der DAX-Konzern hält gleichwohl an seiner Jahresprognose fest und bestätigte auch seine Mittelfristziele.

Der Konzernumsatz kletterte im Startquartal um 4,7 Prozent auf 17,63 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA, eine Kernziffer zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung, erhöhte sich um 12,9 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro. Unterm Strich steht ein Nettogewinn von 3,13 Milliarden Euro verglichen mit 787 Millionen im Vorjahr.

Allerdings buchte die Telekom im Berichtsquartal auch einen Erlös von 2,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf ihres Anteils am britischen Mobilfunkbetreiber Everything Everywhere. Bereinigt um Sondereffekte wie diesen legte das Konzernergebnis moderat um 1,1 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu.

Analysten hatten im Vorfeld der Veröffentlichung mit einem Umsatz von 17,57 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA von 5,1 Milliarden Euro gerechnet.

Getragen wurde die positive Geschäftsentwicklung fast ausschließlich von den Erfolgen in den USA. In Euro und nach hiesigen Bilanzierungsstandards legte der Umsatz um 13,2 Prozent zu und erreichte 7,82 Milliarden Euro. Somit ist das US-Geschäft das mit Abstand umsatzstärkste des DAX-Konzerns. Anders sieht es beim operativen Ergebnis aus. Trotz eines Anstiegs um knapp 56 Prozent bleibt das bereinigte EBITDA mit 1,91 Milliarden Euro hinter dem des Deutschlandgeschäfts zurück.

T-Mobile US hatte bereits vor einigen Tagen bei der Ergebnisveröffentlichung die Prognose angehoben. 9,1 Milliarden US-Dollar soll die US-Tochter im Gesamtjahr zum Konzern-EBITDA beitragen. Im Jahresverlauf sollen jetzt 3,2 bis 3,6 Millionen Vertragskunden unter eigener Marke gewonnen werden. Zuvor lag die Zielspanne bei 2,4 bis 3,4 Millionen. Allein von Januar und März gewann T-Mobile US mehr als eine Million neue Vertragskunden.

Herausfordernder gestaltet sich das Geschäft für die Telekom in ihrem deutschen Heimatmarkt. Hier sank der Umsatz um 2,5 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro. Der Erlösrückgang ist teilweise dadurch begründet, dass die Telekom ihr margenschwachses Großkundengeschäft mit Endgeräten zurückgefahren hat. Das bereinigte EBITDA sank um 1,4 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro.

Heimischer Mobilfunk unter Druck

Unter Druck ist die Telekom hierzulande insbesondere im Mobilfunk. So ging der Umsatz mit mobilen Diensten um 1,7 Prozent zurück. Telefonica Deutschland hatte bei dieser Kennzahl ein Minus von 1,3 Prozent gemeldet. Allerdings, so die Telekom, hätten Rabatte für Magenta-Eins-Kunden mit einem Prozentpunkt zum Rückgang des mobilen Service-Umsatzes beigetragen. Ob die Telekom damit, wie von ihr behauptet, besser als der Gesamtmarkt abschneidet, wird sich erst zeigen, wenn Vodafone am 17. Mai ihre Zahlen für die Monate Januar bis März vorlegt.

Laut der Deutschen Telekom herrscht im deutschen Mobilfunkmarkt vor allem im Geschäftskundenmarkt eine erhöhte Wettbewerbsintensität. So hat der Ex-Monopolist die Deutsche Bahn als Großkunden verloren, konnte aber den Versicherer Allianz zurückgewinnen.

Erfolge meldete die Telekom im Glasfasergeschäft, wo sie um 660.000 Anschlüsse, davon 297.000 für Wettbewerber, wie United Internet, zulegte. Allerdings schlüsselt die Telekom die Zahl der "echten Glasfaseranschlüsse", wo das breitbandige Kabel bis ans Gebäude führt, nicht gesondert auf. Während die Telekom hierzulande im Auftaktquartal witterungsbedingt 900 Millionen Euro weniger investierte als ein Jahr zuvor, sollen die Investitionen im Gesamtjahr wieder anziehen und über den 4 Milliarden Euro aus 2015 liegen.

Europa-Geschäft mit negativen Vorzeichen

Negative Vorzeichen stehen auch noch beim Europa-Geschäft. Der Umsatz sank um 2,4 und das bereinigte EBITDA um 3 Prozent. Allerdings verzerren hier Portfolioveränderungen, insbesondere die teilweise Abgabe des ungarischen Energiegeschäfts, und Währungseffekte das Bild. Organisch sei der Umsatz mit 0,4 Prozent nur noch leicht zurückgegangen, hieß es seitens der Telekom, die einen Trend zur Stabilisierung erkennen will.

Auch T-Systems, wie Europa ein Sorgenkind vergangener Quartale, sieht einen Silberstreif am Horizont. Der Umsatz legte um 6,1 Prozent zu, die bereinigte EBIT-Marge um 3,7 Punkte auf 4,4 Prozent. Das Systemgeschäft profitierte von einem guten Cloud-Geschäft, bei dem die Erlöse um knapp ein Viertel zulegten, wie auch von einem Maut-Auftrag aus Belgien.

Konzernweit investierte die Telekom im Auftaktquartal 2,8 Milliarden Euro und damit knapp 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dadurch sank der Free Cashflow um 5 Prozent auf 822 Millionen Euro. Unverändert strebt die Telekom bei dieser weiteren Schlüsselkennzahl einen Gesamtjahreswert von 4,9 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 21,2 Milliarden Euro an. Auch an ihren Mittelfristzielen für die Jahre 2014 bis 2018, die von jährlichen Steigerungen bei Umsatz, bereinigtem EBITDA und Free Cashflow ausgehen, hält der DAX-Konzern ausdrücklich fest.