Deutsche Wirtschaft,Konjunktur,BIP

Seit acht Jahren wächst die deutsche Wirtschaft - jetzt hat sie ihr Tempo noch einmal erhöht. Die künftige Bundesregierung kann sich eine gut gefüllte Staatskasse freuen. - Bild: Pixabay

Die deutsche Wirtschaft wuchs damit das achte Jahr in Folge und so kräftig wie seit 2011 nicht mehr. Damals musste sich Europas größte Volkswirtschaft allerdings von der tiefen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise erholen. 2016 war die Wirtschaft um 1,9 Prozent gewachsen. Zum Jahresende 2017 legte das BIP nach ersten Schätzungen der Behörde um ein halbes Prozent zum Vorquartal zu.

Verbraucher in Kauflaune

Getragen wurde der Aufschwung im vergangenen Jahr vor allem von positiven Impulsen aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben stiegen um 2 Prozent. Die Verbraucher sind in Kauflaune, die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch günstig und Sparen wirft wegen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum noch etwas.

Nach Angaben der Konsumforscher der Nürnberger GfK machen sich derzeit die wenigsten Menschen in Deutschland Sorgen um ihren Job. Das Vertrauen in die boomende Wirtschaft sei weiterhin hoch.

Weltwirtschaft erholt sich

Zugleich sorgt die kräftige Erholung der Weltwirtschaft für steigende Nachfrage nach Waren «Made in Germany». Deutschlands Exporteure steuern 2017 auf das vierte Rekordjahr in Folge zu. In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres wurden Maschinen, Autos und andere Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro ausgeführt - ein Plus von 6,5 Prozent zum Vorjahr.

Unternehmen investieren kräftig

Auch die gestiegene Investitionslust der Unternehmen in Deutschland trug zum Aufschwung bei. Die Firmen steckten 3,5 Prozent mehr Geld in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit 1,4 Prozent unterdurchschnittlich.

Der deutsche Staat nahm 2017 das vierte Mal in Folge mehr Geld ein als er ausgab. Auf den Rekord von 38,4 Milliarden Euro summierte sich der Überschuss bei Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen. Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent des BIP. Damit liegt Deutschland in der Eurozone an der Spitze.

  • Saarland

    Mit einer Quote von nur 1,2 Prozent bildet das Saarland in diesem Ranking das Schlusslicht auf Platz elf. - Bild: Pixabay

  • Hamburg

    Nur 1,3 Prozent beträgt die Quote in Hamburg. Damit landet das Bundesland auf Platz zehn. - Bild: Pixabay

  • Schleswig-Holstein

    Mit einer Quote von 1,8 Prozent belegt Schleswig Holstein den neunten Platz. - Bild: Pixabay

  • Hessen

    Paltz acht geht an Hessen, mit einer Nettoinvestitionsquote von 1,9 Prozent. - Bild: Pixabay

  • Neue Bundesländer

    Selbst zusammen schaffen es die Bundesländer Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nur auf 2 Prozent und den siebten Platz. - Bild: Pixabay

  • NRW

    Nordrhein-Westfalen landet mit einer Quote von 2,2 Prozent auf Platz sechs. - Bild: Pixabay

  • Bremen

    Bremen findet sich mit glatten 3 Prozent auf Platz fünf wieder. - Bild: Pixabay

  • Niedersachsen

    Mit 3,6 Prozent schafft es Niedersachsen auf Platz vier. - Bild: Pixabay

  • Rheinland-Pfalz

    Rheinland-Pfalz teilt sich den vierten Platz mit Niedersachsen: mit einem Wert von ebenfalls 3,6 Prozent. - Bild: Pixabay

  • Berlin

    Der dritte Platz geht an Berlin, mit einer Quote von 4,2 Prozent. - Bild: Pixabay

  • Bayern

    Platz zwei in diesem Ranking belegt Bayern: hier liegt die Quote bei 4,4 Prozent. - Bild: Pixabay

  • Baden Württemberg

    Als besonders investitionsfreudig erscheinen die Familienunternehmen in Baden-Württemberg: hier liegt die Quote bei 4,9 Prozent und das Bundesland damit auf Platz eins. - Bild: Pixabay

2018: 2 Prozent Wachstum sind drin

Europas größte Volkswirtschaft profitiert auch von den niedrigen Zinsen. Der Staat kommt dadurch am Kapitalmarkt billiger an Geld. Ein - wenn auch minimales - Minus hatte Deutschland zuletzt 2013 verbucht.

Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft auch im laufenden Jahr ein kräftiges Wachstum von mehr als zwei Prozent zu. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute sowie Bank-Volkswirte hatten zuletzt ihre Prognosen angehoben. «Die deutsche Wirtschaft brummt», brachte es jüngst ifo-Präsident Clemens Fuest auf den Punkt.