DÜSSELDORF (Dow Jones/rm). Die Rohstahlproduktion in Deutschland werde 2010 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 30% auf rund 43 Mio Tonnen steigen, sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, am Donnerstag. Bislang hatte der Verband einen Anstieg um 15% auf rund 38 Mio Tonnen vorhergesagt.

Damit würde in Deutschland in diesem Jahr wieder fast soviel Stahl erzeugt wie 2008, als es 45,8 Mio Tonnen waren. Der Spitzenwert datiert aus dem Jahr 2007, als die deutschen Stahlkocher 48,5 Mio Tonnen produzierten.

Kerkhoff warnte trotz des Aufschwungs: “Von einer Normalisierung sind wir noch weit entfernt”. Zwar hätten sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen verbessert, die Lagerbestände der Kunden seien auf einem akzeptablen Niveau und die Importe zurückgegangen. Die Lage bleibe aber labil und die Unsicherheit hoch, sagte Kerkhoff unter Verweis auf gestiegene Rohstoffkosten und die verkürzten Vertragslaufzeiten für den Bezug der Grundstoffe.

Der Verband gab an, dass in der neuen Prognose unterstellt sei, dass das gegenwärtig sehr hohe Produktionsniveau im Jahresverlauf nicht gehalten werde. Von Januar bis Mai wurden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in der die Wirtschaftskrise ihre heftigsten Auswirkungen in der Branche zeigte, 67% mehr Stahl produziert.

www.stahl-online.de