Aufschwung,Wirtschaftsaufschwung,Wirtschaft

Nach der Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstitutes IMK wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter positiv entwickeln. - Bild: Pixabay

"Der Aufschwung geht weiter, und er gewinnt sogar etwas an Breite", erklärte der wissenschaftliche Direktor des IMK, Gustav Horn. Die Ökonomen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sagten eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes um 1,3 Prozent 2017 und 1,8 Prozent 2018 voraus. Für dieses Jahr hoben sie damit ihre Prognose um 0,1 Prozentpunkte an.

Die deutsche Wirtschaft bleibe für weitere zwei Jahre in einem moderaten Aufschwung - "gestützt auf einen robusten privaten Konsum und etwas anziehende Investitionen sowie weitere fiskalische Impulse". Dabei bleibe die Wachstumsdynamik in beiden Jahren gleich - der niedrigere Durchschnittswert in diesem Jahr beruhe nur darauf, dass mehr Feiertage auf einen Wochentag fielen. Für kommendes Jahr gaben die Düsseldorfer Ökonomen erstmals eine Prognose ab.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich nach ihrer Einschätzung weiter positiv entwickeln: Die Zahl der Erwerbstätigen steige auf deutlich über 44 Millionen. Obwohl das Arbeitskräfteangebot durch die Zuwanderung spürbar wachse, gehe die Arbeitslosigkeit kontinuierlich zurück. Die Arbeitslosenquote wird mit 5,8 Prozent in diesem und 5,6 Prozent im kommenden Jahr auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesehen. Die Zahl der Arbeitslosen soll 2017 auf 2,579 Millionen sinken und 2018 weiter auf 2,495 Millionen Menschen.

 Außenhandel leistet negativen Beitrag

Die Inlandsnachfrage werde weiterhin wesentlich durch Lohnsteigerungen getragen, die die Kaufkraft der Beschäftigten steigen ließen und so den privaten Konsum und auch die Beschäftigung antrieben. "Dieser Effekt schwächt sich zwar ab, weil die Reallöhne bei höherer Teuerung in diesem und im kommenden Jahr weniger stark steigen", erklärte Horn. "Anziehende Investitionen und robuste Exporte kompensieren diesen Rückgang aber."

Die Ökonomen des gewerkschaftsnahen Forschungsinstituts rechnen damit, dass die privaten Konsumausgaben 2017 um 1,2 Prozent steigen werden und 2018 um 1,5 Prozent. Für die Ausrüstungsinvestitionen sehen sie ein Plus von 0,8 Prozent im Jahr 2017 und von 3,6 Prozent im nächsten Jahr.

Die Exporte sollen nach der Prognose dieses Jahr um 3,6 Prozent zulegen und kommendes um 4,2 Prozent - die Importe werden demnach in den beiden Jahren um 5,6 Prozent und 5,2 Prozent steigen. Da die Einfuhren stärker zulegen würden als die Ausfuhren, leiste der Außenhandel per saldo einen negativen Beitrag zur BIP-Entwicklung. "Nach dem erneuten Höchstwert 2016 ist es dringend notwendig, dass der deutsche Leistungsbilanzüberschuss reduziert wird", meinte Horn aber. Das verbessere auch etwas die deutsche Position in der Auseinandersetzung mit der US-Regierung darüber.