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Die Familienunternehmer bewerten Deutschland als Standort nur mit mittelmäßigen Noten. - Bild: Pixabay

Im Vergleich zur Vorgänger-Analyse aus dem Jahr 2014 wurde Deutschland von Tschechien verdrängt landete daher nur noch auf Rang 12.

Die östlichen Nachbarn verdanken ihre bessere Platzierung vor allem einer deutlich geringeren Steuerbelastung und günstigeren Energiepreisen. Das ZEW sieht sogar die Gefahr, dass sich die Bedingungen hierzulande weiter verschlechtern könnten. "Aktuelle politische Entscheidungen könnten die Qualität des Standorts gefährden", warnte Studienautor Friedrich Heinemann.

So sei das geplante neue Zeitarbeitsgesetz nach dem Mindestlohn eine weitere Bürde für die Unternehmen. Auch die gute Lage der öffentlichen Haushalte und der Sozialversicherung werde durch eine Vielzahl von anstehenden Leistungsausweitungen in den Bereichen Rente, Gesundheit und Pflege in Frage gestellt. "Deutschland ist als Standort für Familienunternehmen keineswegs konkurrenzlos", kommentierte der Chef der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes, die Ergebnisse.

Die besten Bedingungen für Unternehmer bietet laut der Untersuchung Luxemburg, gefolgt von Großbritannien und der Schweiz. Auf den hinteren Rängen landen die europäischen Schwergewichte Frankreich, Spanien und Italien.

Nachholbedarf sehen die Forscher für Deutschland im Bereich Steuern und Bildung. "In der Steuerpolitik erweisen sich die Nachbarn als handlungsfähiger. Als Folge hieraus erodiert unsere steuerliche Wettbewerbsfähigkeit", erklärte Heinemann. Die Reform der Erbschaftssteuer könnte für eine weitere Verschlechterung sorgen. In puncto Bildung schneide das Land nur mittelmäßig ab, was wegen der zu stemmenden Integration der Flüchtlinge unzureichend sei, beklagte der Ökonom.