FRANKFURT (Dow Jones)–”Die Produktion muss den Kunden folgen”, sagte der Manager der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ – Mittwochausgabe). “2007 waren die Stückzahlen dort schon so hoch, dass wir ein Joint Venture in Amerika geprüft haben. Diese Frage könnte sich bald neu stellen.”

Die gleichen Überlegungen gibt es für Indien, wo Deutz bisher nur mit Vertriebsniederlassungen vertreten ist. Erste Priorität hat für Leube jedoch das Wachstum in China. Der Ausbau des Geschäfts rund um die beiden Joint Ventures in Dalian und Weifang sei Teil seiner Strategie, die Konjunkturanfälligkeit des Kölner Motorenbauers zu verringern. “Die hohe Dynamik des chinesischen Marktes hält zyklischen Schwankungen viel besser stand als das Geschäft in Amerika und Europa”, sagte er.

Der zweite Pfeiler seiner Strategie ist eine Neuordnung der Produktpalette. Die größere Abhängigkeit vom Kerngeschäft der kompakten Dieselmotoren habe sich in der Krise als Schwäche herausgestellt, nun profitiere Deutz umso stärker vom Aufschwung. “Aber es ist richtig: Wir müssen unabhängiger vom Wirtschaftszyklus werden und mehr Kontinuität in den Geschäftsverlauf bringen”, sagte Leube der FAZ.

Als einen Hebel dafür betrachtet er das spätzyklisch reagierende Landtechnikgeschäft, das sich in der zurückliegenden Flaute als vergleichsweise stabil erwies. Er hofft auf zusätzlichen Schwung durch die neu entwickelten Motoren mit weniger als vier Litern Hubraum und bläst zum Angriff auf den Branchenprimus, den britischen Motorenhersteller Perkins. Auch der Ausbau des Service- und Ersatzteilgeschäftes soll helfen, die Konjunkturanfälligkeit zu verringern.

Der anhaltend hohe Auftragseingang stimmt den Manager zuversichtlich, dass der positive Trend anhalten wird. 165.000 Motoren will Deutz in diesem Jahr verkaufen und damit rund 1,2 Mrd EUR Umsatz erzielen. Für 2011 peilt Leube mehr als 200.000 Einheiten und einen Umsatz von wenigstens 1,4 Mrd EUR an. Deutz sei dabei auf einem guten Weg, um in absehbarer Zeit das Ziel einer operativen Marge von 10% zu erreichen.

Die Unternehmensfinanzierung sieht der Vorstandschef für die kommenden vier Jahre gesichert. Noch vor Weihnachten werde ein Konsortialkredit unter Führung der Deutschen Bank die bisherigen Kreditvereinbarungen mit amerikanischen Gläubigern über 274 Mio USD ablösen. Mit einem Zinssatz von rund 5% habe man die Konditionen deutlich günstiger gestalten können.