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Die Arbeitszeit sei "Dreh- und Angelpunkt bei der Vereinbarkeit von Privat- und Arbeitsleben", erklärte der DGB. - Bild: Afrank99/Wikipedia

Ein Arbeitstag mit Grenzen mache es Beschäftigten leichter, Privates und Arbeit miteinander zu verbinden, so das Ergebnis des "DGB-Index". 55 Prozent der befragten Beschäftigten wollten einen Arbeitstag von im Regelfall nicht mehr als acht Stunden.

Das größte Handicap für die zeitliche Vereinbarkeit stelle Nachtarbeit dar: 52 Prozent derjenigen, die "sehr häufig" oder "oft" nachts arbeiten, haben laut der Befragung Probleme, Arbeit und Privatleben in Einklang zu bringen. Das gilt nach den Angaben auch für 45 bzw 44 Prozent derjenigen, die häufig am Abend oder am Wochenende arbeiten. 14 Prozent der Befragten arbeiten laut der Erhebung "sehr häufig" oder "oft" von zu Hause - das führe jedoch nicht automatisch zu einer besseren Vereinbarkeit von Arbeit und Privatem.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann betonte, Vereinbarkeit sei "nicht nur ein Thema für gestresste Mütter". Es gehe auch die Männer und vor allem die Arbeitgeber an. "Sie müssen flexibler werden, wenn es um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht", forderte Hoffmann. "Stattdessen das Arbeitszeitgesetz schleifen zu wollen, ist die völlig falsche Antwort." Die Chefin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Michaela Rosenberger, verlangte eine "beschäftigtenorientierte Flexibilität". Die aktuellen Befunde zeigten, "dass Flexibilisierung und Entgrenzung von Arbeitszeit kein Selbstläufer für eine bessere Vereinbarkeit" seien.