Die Statue von Henri Lannoye erhält in diesem Durchgang Diehl Controls in Wangen. Das Werk wird am

Die Statue von Henri Lannoye erhält in diesem Durchgang Diehl Controls in Wangen. Das Werk wird am 1.3.2016 in Ulm als Die Fabrik des Jahres ausgezeichnet. - Bild: McMaster

Die Sieger des Benchmark-Wettbewerbs Die Fabrik des Jahres 2015 setzen verstärkt auf Smart Automation. „In der Smart Automation gehen die Unternehmen weg von den bisherigen teuren und wenig flexiblen Vollautomatisierungslösungen hin zu kostengünstigen Lösungen, die eine ideale und flexiblere Kom­bination und Aufgabenteilung zwischen Mensch und Maschine darstellen", berichtet Dr. Bernd Schmidt, der beim Partner von Produktion, der Beratung A.T. Kearney, den Wettbewerb verantwortet.

Den Titel Die Fabrik des Jahres 2015 sicherte sich Diehl Controls in Wangen. Diehl hat den Kernprozess Leiterplattenbestückung in allen Dimensionen optimiert. Bei dieser Schlüsselkompetenz für viele High-Tech-Produkte ist das Werk, das elektronische Steuerungen und Frequenzumrichter herstellt, auf global führendem Niveau. Diehl Controls misst die Betriebsparameter lückenlos digital und kontinuierlich, um sie dem Verbesserungsprozess geordnet zuzuführen. So erreichte das Werk zwischen 2011 und 2014 eine beeindruckende Verbesserungsdynamik: Während der Stromverbrauch um 13 % zurückging, stieg der Fertigproduktumschlag um 10 % und der generierte Wert um 95 %.

Der Preis Global Excellence in Operations geht an den Automobilzulieferer Eissmann Group im ungarischen Nyíregyháza. Vom Werkleiter bis zum Werker haben dort alle die Lean-Prinzipien aufgesaugt und leben diese im Alltag. Das Ergebnis ist eine intensiv gelebte Kaizen-Kultur: Kein Tag ohne Verbesserungen mit pragmatischer und konsequenter „Verschwendungsjagd". Der Fokus bei der Eissmann Group liegt auf Low-Cost-Lösungen (Smart Automation), die von den Werkern selbst unter Leitung ihres Teamleiters erprobt und umgesetzt werden. Der GEO-Award-Preisträger verringerte die Kundenauftragsdurchlaufzeit um 50 %, die Lieferantenlieferzeit um 40 % und die Kundenbeschwerden um 75 %.

Insgesamt finden sich die teilnehmenden Werke aus Osteuropa fast durchgehend im vorderen Feld wieder. „Neben der klassischen Verbesserungskultur, welche den Erfolg der osteuropäischen Werke in den vergangenen Jahren ausgemacht hat, sehen wir in diesem Jahr ebenso gute Ansätze zu den Themen Smart Automation und Industrie wie in den westeuropäischen Werken", berichtet Dr. Mark Lakner von A.T. Kearney. Smart Automation bedeute in Osteuropa aufgrund der Lohnkostenstruktur jedoch eher Low-Cost-Automation.

In der Kategorie „Hervorragende Großserienfertigung" siegte das Werk von Mercedes Benz Cars in Bremen. Das Daimler-Werk hat ein „durchdachtes Montagesystem und eine fortschrittliche Materialbereitstellung, zum Beispiel durch fahrerlose Transportsysteme", so Schmidt.

Das Memminger Werk von Rohde & Schwarz schaffte es an die Spitze in der Kategorie „Hervorragende Kleinserienfertigung". Durch Beherrschung aller Prozesse entlang des Wertstroms gelang dem Hersteller von Messtechnik, Funkkommunikation sowie Peil- & Ortungstechnik eine sehr flexible Kleinserienfertigung von High-Tech-Produkten.

Ausgezeichnet in der Kategorie „Hervorragendes Produktionssystem" werden die Fischerwerke, Waldachtal. Das Werk hat durchgängig den Lean-Gedanken implementiert durch einen systematischen Austausch mit einem japanischen Partner-Unternehmen.

Den Preis für „Hervorragende Digitalisierung" erhält Bosch, Immenstadt, das Industrie 4.0 als Kernbestandteil seiner Strategie ansieht, und Skoda Auto in Vrchlabi wird in der Kategorie „Hervorragende Standortentwicklung" geehrt.

Hier geht es zur Kongress-Anmeldung Die Fabrik des Jahres/GEO 2015!