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Am Freitag legt SAP Zahlen für das dritte Quartal vor. - Bild: SAP

Das macht sich in der Vielzahl der Unternehmenstermine deutlich, zu denen sich diverse Highlights aus der Zentralbankwelt, den Konjunkturdaten und der Politik gesellen.

China legt als erste global wichtige Volkswirtschaft - wie immer kritisch beäugte - Wachstumszahlen für das dritte Quartal vor. Die EZB-Geldpolitiker werden sich mit ihrer - nicht unumstrittenen - Zins- und Wertpapierankaufspolitik auseinandersetzen. Das Beige Book der Fed gibt Hinweise auf die Wirtschaftslage in den USA, was in die Zinsüberlegungen der US-Notenbanker bei ihrer Sitzung Anfang November einfließen wird. Und gleich zwei Tage lang gipfeln die EU-Staats- und Regierungschefs über die Dauerthemen Flüchtlinge, Handelsfragen (Ceta, TTIP und natürlich Brexit) und wie man weiter mit Russland umgeht.

Termine der Woche

Die Zeiten sind jeweils in mitteleuropäischer Sommerzeit angegeben:


1. Chinas Wirtschaftswachstum im dritten Quartal

Glaubt man den Prognosen von Ökonomen, hat die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal den Plan erfüllt. Die Regierung hat für 2016 insgesamt 6,5 bis 7 Prozent Wachstum als Ziel ausgegeben. In den beiden ersten Quartalen wurde mit jeweils 6,7 Prozent knapp die Mitte dieser Spanne erreicht, was den Erwartungen zufolge auch für den Zeitraum Juli bis September gelten dürfte. Doch die Fragezeichen zur tatsächlichen Stärke der Konjunktur bleiben, frisch angefeuert durch die um 10 Prozent eingebrochenen Exporte im September. Sie hatten den seit sechs Monaten anhaltenden Rückgang noch beschleunigt.

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 04:00 Uhr


2. Beige Book der Federal Reserve

Das Beige Book dient der Vorbereitung auf die nächste Zinsentscheidung der Fed. Angesichts der gegenwärtig gespaltenen Meinungen im Offenmarktausschuss (FOMC) erscheint eine Zinserhöhung am 2. November wenig wahrscheinlich, zumal die Währungshüter wohl auch die Marktreaktion auf die US-Präsidentenwahl am 8. November abwarten wollen. Mit Blick auf die Dezember-Sitzung bleibt die Entscheidung datenabhängig. An den Terminmärkten ist die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Dezember zuletzt aber deutlich gestiegen und liegt derzeit bei fast 70 Prozent. Ab einem Niveau von 75 Prozent kann sich die Fed sicher sein, dass es zu keiner Überraschung der Märkte kommt.

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 20:00 Uhr


3. EU-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs

Zwei Tage kommen die Staats- und Regierungschefs der 28 EU-Mitgliedstaaten zusammen, um wieder einmal über das Flüchtlingsthema zu diskutieren. An vorderster Stelle steht das Problem, dass die Verteilung innerhalb der EU immer noch nicht funktioniert. Manche Länder haben gar keine oder viel zu wenige Flüchtlinge aufgenommen. Hinzu kommt die Furcht vor neuen, großen Flüchtlingsströmen aus Afrika. Kanzlerin Merkel war gerade zu Besuch in drei afrikanischen Staaten, sie hatte zwei Regierungschefs aus Afrika in Berlin zu Gast - all das diente dem Versuch, Menschen in Afrika von der Flucht nach Europa abzuhalten. Doch die "Bekämpfung von Fluchtursachen" kostet viel Geld, und auch darüber wird in Brüssel geredet werden. Weiter auf der Tagesordnung: ein Gedankenaustausch über Handelsfragen sowie eine Orientierungsaussprache über die Beziehungen zu Russland.

Donnerstag, 20. und Freitag, 21. Oktober 2016


4. EZB-Ratssitzung

Die EZB dürfte ihre Geldpolitik unverändert lassen. Deshalb wird sich die Aufmerksamkeit auf den Ausblick richten, den EZB-Präsident Mario Draghi in seiner Pressekonferenz geben wird. Derzeit überwiegt unter Beobachtern die Erwartung, dass die EZB ihre Politik im Dezember weiter lockern wird, weil sich die Inflationsaussichten für ihren Geschmack nicht deutlich genug erholen. Die Frage ist nur wie. Nachdem mehrere EZB-Offizielle die unbeabsichtigten Nebenwirkungen negativer Zinsen thematisiert haben, rechnen immer weniger Ökonomen mit einer weiteren Senkung des Einlagensatzes.

Für wahrscheinlicher halten sie eine Verlängerung des Anleiheankaufprogramms. Dafür aber müssten einige Parameter des Programms geändert werden, was politisch nicht unumstritten ist. Je weniger entschlossen die EZB den Pool ankaufbarer Papiere ausweitet, desto weniger glaubwürdig wäre die Ankündigung weiterer Käufe. Nach Spekulationen über eine schrittweise Verringerung der Ankäufe erscheint manchen Beobachtern denkbar, dass die EZB eine Verlängerung mit der Ankündigung eines solchen "Tapering" verbindet. Am Donnerstag allerdings dürfte Draghi solche Pläne noch weit von sich weisen.

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 13:45 Zinsentscheid, 14:30 Pressekonferenz


5. SAP legt Zahlen für das dritte Quartal vor

Keine vorgezogenen News sind meist gute Nachrichten bei SAP. Da das Software-Unternehmen aus dem badischen Walldorf bislang noch keine vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht hat, ist davon auszugehen, dass der DAX-Konzern zwischen Juli und September die Erwartungen des Marktes erfüllen konnte und nicht wie der kleinere Mitbewerber Software AG enttäuscht.

Die meisten Analysten gehen davon aus, dass SAP ein stabiles Lizenzgeschäft und ein gutes Cloud-Wachstum vermeldet. Auch die Investitionen in die S/4-Plattform sollten sich auszahlen.

Freitag, 21. Oktober 2016, ca 07:00 Uhr


6. Daimler in der Spur für die Jahresziele

Der Stuttgarter Automobilkonzern dürfte dank starker Verkäufe in der Pkw-Sparte ein solides Ergebnis erzielt haben. Analysten rechnen deshalb für den Bereich mit den Marken Mercedes und Smart im dritten Quartal mit einer zweistelligen Marge. Im Geschäft mit Lastwagen dürfte es dagegen deutlich schlechter aussehen, da insbesondere die Verkäufe in den USA zurückgegangen sind. Insgesamt sehen die Analysten das Unternehmen auf gutem Weg, die Jahresziele zu erreichen.