Kartell

Sollten sie wirklich ein Kartell gebildet haben, drohen den deutschen Autobauern hohe Strafen. - Bild: Pixabay

Auf die deutschen Automobilkonzerne könnten hohe Strafzahlungen zukommen, kommentiert Equinet die Kartellvorwürfe, die ein Bericht des Spiegel erhebt. Diese Strafen könnten deutlich höher ausfallen als die 3 Milliarden Euro, die 2016 im Fall des Nutzfahrzeugkartells verhängt wurden.

Da sich die Strafen am Umsatz der Unternehmen orientierten (10 Prozent des Umsatzes während des untersuchten Zeitraums), seien theoretisch extrem hohe und potenziell existenzgefährdende Strafzahlungen möglich. Andererseits betrügen die tatsächlich verhängten Strafen meist nur einen Bruchteil dessen, was potenziell möglich sei. In der EU beliefen sich die Strafen in der Regel auf das Sechsfache des Gewinns der beteiligten Unternehmen.

Volkswagen könnte unter Umständen sogar ohne Strafe davonkommen, wenn das Unternehmen als Hinweisgeber eingestuft würde. Da bei dem Konzern allerdings schon eine Hausdurchsuchung (wenn auch wegen eines anderen Verdachts) stattgefunden habe, sei das aber keineswegs sicher.

Equinet sieht überdies Schadensersatzforderungen der Zulieferer auf die Automobilkonzerne zukommen. Das seien die Zulieferer, die unter dem Kartell gelitten hätten, nicht zuletzt ihren Aktionären schuldig. Es dürfte allerdings im Interesse beider Seiten sein, sich hier schnell und effizient (d.h. kostengünstig) zu einigen.

Wohl keine Gnade zu erwarten

Die laufenden Ermittlungen wegen der Diesel-Affäre dürften von den nun erhobenen Kartellvorwürfen ebenfalls negativ beeinflusst werden, vermutet Equinet. Die Absprachen belegten, dass die Hersteller bewusst höhere Abgaswerte als erlaubt in Kauf genommen hätten, um die Kosten zu drücken. Daher dürften besonders die deutschen Behörden keine Gnade walten lassen. Die Autohersteller könnten zu einem Rückruf von Dieselfahrzeugen gezwungen werden, dessen Kosten weit über den 220 Millionen Euro für 3 Millionen Fahrzeuge liegen dürften, die der freiwillige Rückruf von Daimler koste.

Im Fall von Daimler dürften auch die laufenden Ermittlungen in den USA negativ beeinflusst werden, meint Equinet. Die Analysten hatten den zu erwartenden Maximalverlust für den Konzern bislang auf 1,6 bis 3,8 Milliarden Euro geschätzt.

Der Ansehensverlust der Marken werde geringere Absatzzahlen und niedrigere Verkaufspreise zur Folge haben. Dieser Effekt sei für gewöhnlich aber kurzlebig.

Dieselgate: Der VW-Abgas-Skandal in Bildern

  • VW, Skandal, Logo, Golf, Abgasmanipulation, Diesel, Abgas

    Die Manipulationen von Dieselmotoren haben Volkswagen in die teuerste und heftigste Krise der Firmengeschichte gestürzt. Die Ereignisse des VW-Skandals im Überblick. Bild: Pixabay/VW

  • VW-Chef, Bernd Pischetsrieder, VW-Markenchef, Wolfgang Bernhard

    2005-2006: Medienberichten zufolge soll bereits während der Amtszeit von VW-Chef Bernd Pischetsrieder (links) und VW-Markenchef Wolfgang Bernhard (rechts) die Entscheidung zum Einbau der Manipulations-Software in Diesel-Fahrzeugen gefallen sein. Bilder: acatech-D. Ausserhofer/ Daimler

  • VW, Skandal, Abgasmanipulation, Diesel, Abgas, Winterkorn

    2007: Martin Winterkorn, der bisher die VW-Tochter Audi geleitet hatte, übernimmt die Nachfolge von Konzernchef Pitschetsrieder. Bild: VW

  • VW, Abgassakndal, Clean Diesel, USA

    2008: VW beginnt seine "Clean Diesel"-Kampagne in den USA. Es werden tausende vermeintlich saubere Motoren verkauft, deren Software allerdings Prüfstand-Tests erkennen kann und nur dann die Abgas-Reinigung auf vollen Touren laufen lässt, wenn geprüft wird. - Bild: Screenshot VW

  • EPA,VW,Abgas-Affäre

    2014: Eine Studie des Forschungsinstituts International Council on Clean Transportation (ICCT) und der Universität West Virginia deckt erhöhte Emissionswerte bei einigen Volkswagen-Modellen in den USA auf. Am 3. September 2015 räumt VW gegenüber der amerikansichen Umweltbehörde EPA (Bild) die Manipulation der Abgaswerte ein, schweigt aber gegenüber der Öffentlichkeit. - Bild: Greychr/ CC BY-NC-SA 2.0/ flickr

  • VW,Abgas-Affäre,Winterkorn,Manipulation,

    Erst knapp drei Wochen später, am 20. September 2015, nachdem die EPA die Vorwürfe öffentlich gemacht hat, kündigt Winterkorn eine umfassende Erklärung an. Drei Tage danach muss er von seinem Posten als VW-Vorstandsvorsitzender zurücktreten. - Bild: VW

  • VW,Abgas-Affäre,Matthias Müller,Manipulationssoftware,

    Sein Nachfolger wird am 25. September 2015 der damalige Porsche-Chef Matthias Müller, der den Abgasskandal als "größte Bewährungsprobe" für VW bezeichnet. Unterdessen rollt in den USA eine regelrechte Klagewelle auf den Konzern zu. - Bild: VW

  • Website,VW,Abgas-Affäre

    Anfang Oktober stellt VW eine Internetseite bereit, auf der Kunden prüfen können, ob ihr Fahrzeug mit einem manipulierten Diesel-Motor fährt - Weltweit sind dies rund 11 Millionen Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Seat und Skoda. - Bild: Screenshot/VW

  • VW,Abgas-Affäre,Aufsichtsrat

    Neuer Aufsichtsrat des VW-Konzerns wird am 7. Oktober 2015 der bisherige Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Unterdessen durchsuchen Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Büros in der Wolfsburger Konzernzentrale und stellen Dokumente und Datenträger sicher. - Bild: VW

  • VW,KBA,Diesel,Abgas-Affäre

    Mitte Oktober 2015 ordnet das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf von 2,4 Millionen VW-Diesel-Fahrzeugen an. VW weitet die Rückrufaktion freiwillig auf ganz Europa und damit auf 8,5 Millionen Autos aus. - Bild: KBA

  • 3 Liter Diesel, VW, Abgasskandal

    Schock Anfang November: Die Diesel-Affäre weitet sich nun auch auf 3-Liter-Motoren aus, die laut der US-Umweltbehörde EPA auch von Manipulationen betroffen sind. Obendrein räumt VW ein, nicht nur bei den Stickoxid- sondern auch bei den CO2-Werten manipuliert zu haben. - Bild: VW

  • VW, Abgasskandal, Softwareupdate

    Ende November 2015 legt VW den US-Behörden einen ersten plan zur Bewältigung des Abgasskandals vor, während das Kraftfahrt-Bundesamt bereits Vorschläge zur Umrüstung betroffener Fahrzeuge genehmigt. Der Schadstoffausstoß soll überraschend einfach mithilfe von Software-Updates und.... - Bild: VW

  • VW, Abgasskandal, Strömungsgleichrichter

    ...dem Einbau neuer Luftgitter, so genannter Strömungsgleichrichter, gesenkt und so die gesetzlichen Werte eingehalten werden. - Bild: VW

  • VW,Abgasskandal,Abgas-Affäre,

    Am 10. Dezember 2015 äußern sich VW-Vorstandschef Müller (rechts) und Aufsichtsratschef Pötsch (mitte) erstmals seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals live vor Journalisten und geben Fehler zu. Der Skandal soll den Konzern nach Aussagen der neuen Führung in einen beschleunigten technologischen Wandel führen. - Bild: VW

  • Matthias Müller,Abgas-Affäre,VW,Manipulation

    Kurz nachdem das US-Justizministerium eine Klage gegen VW eingereicht hat, sorgt VW-Chef Müller Anfang Januar 2016 im Umfeld der US-Motoren-Show in Detroit für Verwirrung. Er spricht von technischen Versehen und das die US-Gesetzeslage wohl "falsch interpretiert" worden sei. Diesen Verharmlosungen folgt in den USA eine Welle von Wut und Entrüstung. - Bild: VW

  • Abgas-Manipulation,Winterkorn,Zivilprozess,VW,Volkswagen

    Für den EX-VW-Chef Martin Winterkorn wird die Sachlage im Abgasskandal immer ungemütlicher. Laut einer umfangreichen Mitteilung des Konzerns zu den zeitlichen Abläufen hätte der Manager schon weit vor Bekanntwerden des Skandals von den Manipulationen wissen können. Recherchen von NDR, WDR und SZ kommen gar zudem Ergebnis, dass der VW-Konzern die Affäre bewusst verschwiegen hat. - Bild: Audi AG/CC BY-NC-SA 2.0/flickr

  • Michael Horn, VW, Abgasskandal

    Am 10. März 2016 muss dann auch US-Chef Michael Horn überraschend seinen Hut nehmen. Unterdessen sollen bei VW entgegen ursprünglicher Ankündigungen nun doch Stellen gestrichen werden: Jeder zehnte Arbeitsplatz in der Verwaltung, insgesamt rund 3.000 Stellen, soll wegfallen. - Bild: VW

  • Volkswagen,Abgas-Skandal,Winterkorn,

    Während die Klagewelle gegen VW weiter rollt, einigt sich VW Ende April mit den US-Behörden auf ein weiteres Vorgehen im Abgasskandal. Anfang Juni 2016 kommt in Europa die größte Rückrufaktion der VW-Geschichte in Gang, nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt die Umrüstung hunderttausender VW-Autos genehmigt hat. - Bild: VW

  • VW,Ingenieur,Mitschuld,Abgas-Skandal

    Am 10. September 2016 räumt ein VW-Ingenieur vor einem US-Gericht seine Mitschuld am VW-Abgas-Skandal ein und sagt aus, dass die Arbeit an der Manipulations-Software bereits im Jahre 2006 begonnen habe. Unterdessen tauchen in den Medien neue Berichte auf, wonach Ex-VW-Chef Winterkorn Ende Juli 2015 von VW-Entwicklern über die illegale Software unterrichtet worden sein soll. - Bild: Screenshot/Youtube/Tagesschau

  • Moia, VW, Konzernreform, Elektromobilität

    Im November 2016 Stellt VW ein Reformpaket vor, das bis zum Jahr 2015 unter anderem milliardenschwere Investitionen in alternative Antriebsarten und einen weltweiten Stellenabbau beinhaltet. Zudem wird mit "Moia" eine neue Marke für Mobilitätsservice vorgestellt. - Bild: VW

  • VW, Jahreshauptversammlung

    Mitte Januar 2017 kann in Wolfsburg wenigstens teilweise aufgeatmet werden: Die milliardenschwere Einigung zwischen Volkswagen und der US-Regierung ist in trockenen Tüchern. Teil der Vereinbarung ist neben der Strafzahlung von 4,3 Milliarden US-Dollar ein Schuldeingeständnis des DAX-Konzerns, etwa einer halbe Million Dieselautos in den USA manipuliert und die Justiz bei ihren Ermittlungen behindert zu haben. Gleichzeitig wurde allerdings bekannt, dass.... - Bild: VW

  • Abgasskandal, VW

    sechs VW-Manager im Zuge des Abgasskandals von den US-Behörden beschuldigt werden - einer wurde vom FBI verhaftet. Der zuständige Richter entschied am Donnerstag, dass Oliver S. nicht gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werde. Angesichts der Schwere der Vorwürfe und der Tatsache, dass der Manager in Deutschland geboren sei und dort lebe, bestehe Fluchtgefahr, erklärte Richter William Turnoff und verweigerte eine Freilassung auf Kaution. Dem Manager drohe eine lebenslange Freiheitsstrafe. - Bild: fotolia/Ingo Bartussek

  • Winterkorn, VW, Abgasskandal

    Seit Ende Januar ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig nun auch gegen Ex-VW-Chef Winterkorn. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht gegen Winterkorn und weitere 37 Beschuldigte der "Anfangsverdacht des Betruges und der strafbaren Werbung nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb". Die Ermittlungen hätten zureichende Anhaltspunkte dafür erbracht, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte. - Bild: VW

Als Folge des neuen Skandals seien strengere regulatorische Vorgaben der einzelnen Regierungen und der EU zu erwarten, die die gesamte Automobilbranche betreffen dürften.

Alles in allem seien dies negative Nachrichten für die Branche. Wahrscheinlichkeit und Umfang der Risiken ließen sich kurzfristig nicht beziffern. Diese Ungewissheit dürfte den Sektor daher vorerst belasten. Die Zulieferer, die in der vergangenen Woche ebenfalls unter Druck geraten seien, dürften nicht direkt betroffen sein.

Basierend auf der bisher bekannten Faktenlage sieht Equinet das größte Risiko bei Daimler, gefolgt von BMW und VW. Daimler stehe schon wegen der laufenden Ermittlungen im Dieselskandal in den USA und Europa unter besonderer Beobachtung. Volkswagen habe dagegen in den USA die Diesel-Manipulationsvorwürfe durch verschiedene Vergleiche beigelegt und könnte daher noch am glimpflichsten davonkommen. Sollte der Wolfsburger Konzern als Hinweisgeber eingestuft werden, könnte er sogar einer Kartellstrafe entgehen.

Ruland: Auto-Krise beschleunigt Umstellung zu Elektro-Pkw

Sollten sich die Vorwürfe des Spiegel zu den Kartellabsprachen der deutschen Automobilindustrie als richtig erweisen, könne die EU Strafzahlungen bis zu 10 Prozent des Umsatzes der Unternehmen verhängen, wie Ruland Research hervorhebt. Das entspräche einer Summe von 46,6 Milliarden Euro, gleichzusetzen mit 25,7 Prozent der Marktkapitalisierung der Unternehmen (Stand Schlusskurse vom Freitag). Dies werde so nicht geschehen wegen der Bedeutung, die die Unternehmen für den Arbeitsmarkt spielen. So werde gesagt, dass jeder siebte Job in Deutschland direkt oder indirekt mit der Branche zusammenhänge.

Die Aufdeckung der Affäre könnte indes eine gute Nachricht für die Zulieferer sein, die unter Preisabsprachen gelitten haben könnten. Eine sehr gute Nachricht sei es auf jeden Fall für Anwaltskanzleien. Der Vorgang werde überdies den Prozess hin zu Elektro-Pkw beschleunigen, der an sich schon eine Gefahr für Arbeitsplätze darstelle, da die Fahrzeuge einfacher herzustellen seien und viel weniger Komponenten benötigten. Der Sektor sei seit Jahresbeginn hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben, was so lange anhalten dürfte, bis Klarheit herrsche. Ruland rät die Aktien zu meiden.

Diese Elektroautos sind bei uns unterwegs

  • BMW, i3, Elektromobilität, Elektroauto, Produktion, NEFZ

    Der BMW i3 hat eine Leistung von 125 kW (170 PS). Seine Reichweite liegt bei 190-300 km NEFZ je nach Modell, seine Praxisreichweite dürfte bei 200 km liegen. Preis: ab 34.950 Euro - Bild: BMW

  • E-Golf, VW, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der E-Golf hat eine Leistung von 100 kW (135 PS). Seine Reiweite liegt bei 190 km NEFZ, in der Praxis um 130 km. Preis: ab 34.900 Euro - Bild: VW

  • E-Up, VW, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der E-Up: seine Leistung liegt bei 60 kW (82 PS) und 160 km NEFZ /100-120 km Praxisweite. Preis: ab 26.900 Euro - Bild: VW

  • Focus-e, Ford, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der Ford Focus-e hat eine Leistung von 107 kW (145 PS), seine Reichweite ist mit 162 km NEFZ angegeben. Preis: ab 39.990 Euro - Bild: Ford

  • B-Klasse, Mercedes, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Die Mercedes B-Klasse hat 132 kW (180 PS), die Reichweite wird vom Hersteller mit 200 km angegeben. Preis: ab 41.460 Euro - Bild: Mercedes

  • Ampera, Opel, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der Opel Ampera hat eine Leistung von 150 kW (204 PS). Seine Reichweite wird mit >500 km NEFZ angegeben. Im Praxisbetrieb sind 380 km möglich. Preis: ab ca. 40.000 Euro - Bild: Opel

  • Ion-Active, Peugeot, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der Peugeot Ion-Active hat eine Leistung von 49 kW (67 PS) mit einer Reichweite von 150 km NEFZ. Preis: ab 29.393 Euro - Bild: Peugeot

  • Leaf, Nissan, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der Leaf von Nissan hat eine Leistung von 80 kW (109 PS). Seine Reichweite fängt bei 190 km NEFZ an, je nach Variante. Preis: ab 23.365 Euro - Bild: Nissan

  • Kangoo ZE, Renault, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der Kangoo-ZE von Renault hat 44 kW (60 PS).Seine Reichweite liegt bei 170 km NEFZ, was 80-120 km im Praxisbetrieb entspricht. Preis: ab 24.157 Euro - Bild: Wikimedia/Bernd Schwabe/CCBY-SA3.0

  • Zoe, Renault, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Der Zoe von Renault hat eine Leistung von 68 kW (92 PS). Seine Reichweite ist mit 400 km NEFZ angegeben, im Praxisbetrieb entspricht das ca. 300 km. Preis: ab 19.900 Euro - Bild: Renault

  • Tesla-X, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Die X- Modelle von Tesla fangen mit einer Leistung von 245 kW ( 332 PS) an. Ihre Reichweite wird mit 355-467 km NEFZ angegeben. Preis: ab 86.300 Euro - Bild: Tesla

  • Tesla-S, Elektroauto, Elektromobilität, NEFZ

    Die Tesla S-Modelle haben eine Leistung von 310 kW (320 PS)- 335 kW (422 PS) mit einer Reichweite von 408-509 km NEFZ. Preis: ab 74.200 Euro - Bild: Tesla

Investoren strafen OEMs ab

Die großen deutschen Autokonzerne kommen auch am Montag an der Börse deutlich unter Druck. Investoren reagieren alarmiert auf die schwerwiegenden Kartellvorwürfe und schicken die Aktien von Daimler, Volkswagen und BMW auf Talfahrt. Dem Münchener Premiumhersteller hilft dabei nicht, dass er die Vorwürfe zumindest in Teilen zurückgewiesen hat.

Den stärksten Abschlag weist die Aktie von VW auf, die um 3,6 Prozent nachgibt. Daimler verlieren 3 Prozent und BMW 2,8 Prozent. Am Freitag waren die Aktien in Reaktion auf die Vorwürfe, wonach sich die Unternehmen seit Jahren in geheimen Runden über die Entwicklung ihrer Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer und Märkte abgestimmt haben sollen, bereits eingeknickt.

Aufklärung tut Not

Sorgen bereite Investoren vor allem der Umfang der Vorwürfe, da er weit über die Abgasmanipulation hinausgehe und auch Technik, Preisabsprachen und den Umgang mit Zulieferern umfasse, so Beobachter. Auf den Aktien könnte daher noch länger Verkaufsdruck lasten.

Angesichts der Dimension der Vorwürfe drängen Investoren auf rasche Aufklärung: "Wir wollen jetzt wirklich sehr zeitnah aufgeklärt werden, was an den Vorwürfen dran ist", forderte Deka Investment. Die betroffenen Automobilhersteller sollten jetzt sehr schnell aufzeigen, wie man mit den Vorwürfen umgehen wolle, sagte Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment, dem Handelsblatt.