Diesel, Zapfsäule

Verweisen in Zukunft die Diesel-Zapfsäulen? - Bild: Pixabay

Wie in den Vormonaten verkauften sich auch im August Diesel-Modelle deutlich schlechter als Benziner: Während die Neuzulassungen von Benzinern im August um 15,0 Prozent zulegten, schrumpfte die Zahl neu zugelassener Diesel-Fahrzeuge um 13,8 Prozent. Im August entschieden sich nur noch 37,7 Prozent aller Neuwagenkäufer für einen Selbstzünder – vor einem Jahr waren es noch 45,3 Prozent. Der Marktanteil sank damit um 7,6 Prozentpunkte – der stärkste Rückgang seit dem Jahr 2009. So das Ergebnis einer Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY).

Auch in Frankreich geht Diesel-Anteil zurück

Noch stärkere Einbußen als in Deutschland waren beim Diesel-Absatz in Spanien zu verzeichnen: Dort sank der Marktanteil um 8,9 Prozentpunkte. In Frankreich ging der Marktanteil im August um 3,9 Prozentpunkte zurück, in Italien hingegen nur um 1,3 Prozent.

Im bisherigen Jahresverlauf sank der Absatz von Diesel-Neuwagen um zehn Prozent. Vorerst dürfte die Zurückhaltung der privaten und gewerblichen Neuwagenkäufer bei Diesel-Fahrzeugen anhalten – zumindest so lange, wie Fahrverbote nicht endgültig vom Tisch sind und das Problem des im Realbetrieb zu hohen Schadstoffausstoßes nachhaltig und glaubhaft gelöst ist.

Vorläufig muss sich die Industrie laut EY auf einen weiteren Rückgang des Diesel-Marktanteils einrichten – vor allem im Kleinwagen- und Kompaktsegment, da hier die aufwändigen zusätzlichen technischen Maßnahmen zur Abgasreinigung besonders stark ins Gewicht fallen und die Fahrzeuge erheblich verteuern werden.

Volkswagen verliert derzeit Marktanteile

Während Daimler und BMW mit jeweils sieben Prozent überdurchschnittlich stark zulegen konnten, verlor der Volkswagenkonzern im August weiter Marktanteile: Der Gesamtabsatz sank um drei Prozent – bei der Kernmarke Volkswagen sogar um elf Prozent –, der Marktanteil ging von 37,1 auf 34,9 Prozent zurück.

Daimler und BMW konnten auf Konzernebene – also einschließlich Smart bzw. Mini – ihren jeweiligen Marktanteil hingegen leicht von 11,1 auf 11,5 Prozent (Daimler) beziehungsweise von 8,3 auf 8,6 Prozent (BMW) erhöhen.

Peter Fuß, Partner bei EY, kommentiert: "Der deutsche Neuwagenmarkt ist weiter in guter Form: Dank der guten Konjunkturentwicklung, des anhaltenden Aufschwungs auf dem Arbeitsmarkt und zuletzt deutlich gestiegener Rabatte stieg auch im August die Zahl der Pkw-Neuzulassungen – um 3,5 Prozent auf den höchsten Stand seit acht Jahren." Insgesamt werde der Absatz von neuen Pkw in diesem Jahr nach EY-Prognose voraussichtlich um knapp drei Prozent auf gut 3,4 Millionen zulegen – nachdem er im Vorjahr noch um 4,5 Prozent gewachsen war.

"Die Rahmenbedingungen sowohl in Deutschland als auch in den anderen großen Märkten Kontinentaleuropas passen: Die Beschäftigung und die Einkommen steigen, und die Zinsen sind extrem niedrig, was gerade für Privatleute den Neuwagenkauf attraktiv macht. An diesem positiven Umfeld dürfte sich bis Jahresende nichts Wesentliches ändern", so Fuß.