Volkswagen

Domröse: "VW kann sich gar keinen Fehler mehr leisten. Das Problem ist sowieso kein technisches, sondern ein menschliches." - Bild: VW

Eine modifizierte Software und ein 'Strömungstransformator' genannter kleiner Sieb sollen die 1,6-Liter-Motoren vom Typ EA 189 nach Aussage von Volkswagen auf Norm trimmen: Das kleine Gitternetz beruhige den verwirbelten Luftstrom vor dem Luftmassenmesser und verbessere damit dessen Messgenauigkeit. Die Gesamtkosten der Komplett-Aktion für VW schätzen Experten auf verhältnismäßig günstige 500 Millionen Euro.

Wir fragten Dietmar Domröse, Inhaber von Domröse Diesel (München), was er von dieser verblüffend einfachen und billigen Lösung hält. Seine Meinung: "Dass VW eine möglichst kostengünstige Lösung anstreben würde, ist ja klar. Die werden sich was dabei gedacht haben, um auf den kleinstmöglichen Nenner zu kommen. Ich gehe davon aus, dass sie es damit schaffen. Schon deswegen, weil jetzt aller Augen auf VW gerichtet sind. VW kann sich gar keinen Fehler mehr leisten. Aber sind wir mal ehrlich: Das Problem ist sowieso kein technisches, sondern ein menschliches. Dass VW die Grenzwerte technisch prinzipiell schaffen kann, steht wohl außer Frage. Aber wenn's dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis Tanzen. Da haben wohl einige erfolgsverwöhnte Leute aus der  Chefetage gemeint, es auch billiger machen zu können. Und die Amerikaner sollten sich dazu bitte nicht so anstellen. Dann hat sich einfach keiner getraut, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen – also ein menschliches Problem, kein technisches Versagen von VW. Wenn der Boss nach einer möglichst billigen Lösung geschrien hat, egal wie, dann haben die gekuscht. Darunter leiden jetzt viele, auch viele Malocher, um die Riesenkohle wieder einzusparen."

Und was passiert mit den Wettbewerbern von Volkswagen, die, wie Auto-Motor-Sport gerade in einem großen Test festgestellt hat, vielfach ebenfalls keine saubere Weste haben? Dietmar Domröse ist sich sicher, dass "schon einige Muffensausen haben". Obwohl keiner "so dreist wie VW" gewesen sei, weil sie offensichtlich eine andere Management-Kultur hätten. Domröse:"Wenn da der Motorenchef sagt, das kriegen wir so nicht hin, dann wird im Vorstand wenigstens versucht, eine einigermaßen legale Lösung zu finden". Anders sehe das etwa bei Fiat aus, die "brutal drüber liegen". Dort sehe man das, so Dietmar Domröse, früher selbst begeisterter Fiat-500-Fahrer und –Tuner, "wohl lockerer".