Audi Hauptversammlung

"Der Weg des Aufarbeitens ist (aber) noch lange nicht abgeschlossen", sagte Audi-Chef Rupert Stadler während der Hauptversammlung in Neckarsulm. - Bild: Audi

Das Unternehmen wolle vor allem Vertrauen bei Behörden und Kunden zurückgewinnen, hierß es. Audi war zuletzt im Abgasskandal zunehmend ins Visier der Behörden geraten. Büros des Unternehmens wurden wegen des Verdachts auf Betrugs und strafbare Werbung durchsucht. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt bisher gegen Unbekannt. Auch hinsichtlich Stadlers Rolle seit Aufdeckung des Skandals im September 2015 gibt es kritische Fragen. Der Audi-Aufsichtsrat hat sich jüngst aber hinter den Manager gestellt und ihm einen neuen Vertrag über fünf Jahre gegeben.

Kritik müssen sich die Unternehmen aber nicht nur von Aktionären oder Kunden gefallen lassen. Die eigenen Händler werfen dem Wolfsburger Konzern in der Affäre schlechten Stil und Fehler vor.

"Das Vertrauen zwischen Händlern und VW ist massiv belastet", sagte Dirk Weddigen von Knapp, Präsident des Händlerverbands, der Süddeutschen Zeitung. Er vertritt in Deutschland alle 2.400 Partnerstandorte - Autohäuser von VW, Audi und den Nutzfahrzeugen des Konzerns.

Die Händler fühlen sich in der Abgasaffäre im Stich gelassen und werfen VW und Audi mangelnde Unterstützung vor. Beispielsweise laufe die Umrüstung der betroffenen Autos nicht wie geplant.

Video: Die Audi Smart Factory

Finanzvorstand: Ausblick als "ambitioniert"

Die Prognose für das laufende Jahr bekräftigte Audi. Finanzvorstand Axel Strobek bezeichnet die Ziele, wonach die Auslieferungen steigen und der Umsatz moderat wachsen soll, aber als "ambitioniert". Die operative Umsatzrendite soll weiterhin zwischen 8 und 10 Prozent liegen. Kopfschmerzen bereitet dem Unternehmen dieses Jahr das einst starke Geschäft in China.

Allein in den ersten drei Monaten sanken die Verkäufe im weltweit größten Automarkt um über ein Fünftel. Deswegen sanken auch die gesamten Absätze von Audi um mehr als 7 Prozent. Grund für die Probleme in China ist ein Streit zwischen Audi und chinesischen Händlern über Konditionen und Verträge. Das Unternehmen verkauft derzeit seine Fahrzeuge über das Joint Venture von Volkswagen und der chinesischen FAW Group. Künftig will Audi aber unabhängiger werden und auch mit dem chinesischen Autohersteller SAIC kooperieren. Die betroffenen Audi-Händler wehren sich allerdings gegen die geplante neue Kooperation.

"In China spüren wir seit Dezember einen deutlichen Verkaufsrückgang", sagte Stadler den Aktionären am Donnerstag. Zwar setze sich diese Entwicklung aktuell fort. Stadler zeigte sich aber zuversichtlich: "Der Markt China ist groß genug und er wächst weiter. Das garantiert allen unseren Partnern stabiles Wachstum." Aktuelle Einbußen bei den Verkäufen würden den strategischen Schritt nicht beeinflussen.

Drohnen in der Intralogistik: Geflügelter Lieferservice

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    2 kg Nutzlast trägt eine Drohne im Audi-Werk Ingolstadt durch die Produktion. Eine schnellere Transportmöglichkeit gibt es nicht. Das Gesamtgewicht beträgt 5 kg. - Bild: Audi

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    Ein Hexakopter mit sechs Propellern kann bis zu zwei Kilogramm schwere Lasten, also zum Beispiel ein Lenkrad, durch die Halle fliegen. - Bild: Audi AG

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    Simon Pierschinski, Assistent der Werklogistikleitung Audi-Standort Ingolstadt: "Die Potenziale einer Drohne im logistischen Transportprozess liegen in einer autonomen Anwendung." - Bild: Audi

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    Philipp Wrycza, Projektleiter AutoID-Technologien Fraunhofer IML Dortmund: "Stapler, FTS oder Fahrrad benötigen 15 Minuten, eine Drohne hingegen nur fünf Minuten." - Bild: IML

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    Die eingesetzten Drohnen – mit vier aus Sicherheitsgründen eingehausten Rotoren – führten die zuvor programmierten Flugmanöver ohne Probleme durch. - Bild: Audi AG