Digitalisierung

Inzwischen sind laut einer IAB-Umfrage alle Wirtschaftsbereiche und der Großteil der Betriebe von Digitalisierung betroffen. - Bild: Pixabay

Bislang habe sich die Digitalisierung dabei insgesamt nicht auf die Anzahl der Beschäftigten ausgewirkt, berichten die Arbeitsmarktforscher Anja Warning und Enzo Weber. Teilweise habe sich aber die Dynamik der Einstellungen und Abgänge von Beschäftigten erhöht.

Warning und Weber unterscheiden in ihrer Studie zwischen drei Formen der Digitalisierung: der internen Digitalisierung, also der digitalen Vernetzung der internen Produktions- oder Dienstleistungskette, der externen Digitalisierung, also der digitalen Vernetzung mit Zulieferern oder Kunden, und dem Einsatz lernender Systeme. Bei interner und vor allem bei externer Digitalisierung berichtete die deutliche Mehrheit der Betriebe von einem leichten oder starken Digitalisierungs-Trend. Der Einsatz lernender Systeme wurde dagegen nur von einer Minderheit angegeben.

Die aufgrund der Digitalisierung steigenden Anforderungen können der Studie zufolge einerseits die Handlungs- und Entwicklungsspielräume für die Beschäftigten erhöhen, andererseits aber die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zunehmend verschwimmen lassen.

„Hier ist eine betriebliche Personalpolitik gefragt, die bei der Formulierung von Anforderungen die unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten verschiedener Gruppen von Beschäftigten berücksichtigt. Gesetzliche Regelungen müssen nach wie vor dem Schutz der Beschäftigten vor Überlastung gerecht werden, sollten aber auch Möglichkeiten bieten, auf der betrieblichen und sozialpartnerschaftlichen Ebene einzelfallgerechte Lösungen zu erarbeiten“, schreiben Warning und Weber.

Gegenstand solcher Pakete könnten etwa Anpassungen der Arbeitszeit und der Vorlauf bei ihrer Ankündigung sein, außerdem die Lage der Arbeitszeit, Urlaubsregelungen oder individuelle Freistellungen beispielsweise für Weiterbildung oder für Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Die IAB-Studie ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb1217.pdf.

IAB

 

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    Cyber-Physical Factory: Mit der Cyber-Physical Factory will Festo Unternehmen und Hoch­schul­einrichtungen einen Zugang zu Anwendungen und Technologien der Industrie 4.0 bieten. Die CP Factory bildet die Stationen einer realen Produktionsanlage modellhaft ab und integriert Technologien der Mechatronik und Automation. Man kann lernen, wie Fertigungsbereiche in die digitale Produktion integriert werden, wie die Produktion per MES gesteuert wird, wie die Logistik in autonomen Systemen aussieht und wie man Anlagen mittels Smart Maintenance überwacht. Den Kern der CP Factory bilden flexibel kombinierbare Basismodule, auf die unterschiedliche Applikationsmodule aufgesetzt werden können. - Bild: Festo

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    Applikationszentrum I 4.0: Das Zentrum vom Fraunhofer IPA und dem Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Uni Stuttgart ist mit neuartigen Demonstratoren ausgestattet. Es gibt vier Showcases: das personalisierte Produkt, der Mensch als Dirigent in der Produktion, die Digitalisierung der Wertschöpfung, die autonome Produktion. Firmen können das Center als Testumgebung nutzen. - Bild: Applikationszentrum I 4.0

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    Smart Factory: Die herstellerübergreifende Industrie 4.0-Produktionsanlage wurde vom Smart Factory-Konsortium realisiert. Sie demonstriert die intelligente Fertigung von Visitenkartenetuis in Losgröße 1. 18 beteiligte Firmen, beispielsweise Bosch Rexroth, Festo und Phoenix Contact, einigten sich auf gemeinsame Standards. Eine Schulung wird nicht angeboten, die Smart Factory arbeitet mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum zusammen, wo Schulungen für KMU kostenlos sind. - Bild: Smart Factory