Guide Hettwer,Bosch Rexroth,Maschinenbau,vorausgedacht,Kongress,Digitalisierung,Saclzburg

Guide Hettwer ist Vorsitzender der Geschäftsleitung Vertrieb Europa Mitte Bosch Rexroth. Er spricht auf dem Kongress "Maschinenbau vorausgeDACht". - Bild: Bosch Rexroth

Produktion: Welches Potential steckt in der Digitalisierung der Produktion im Rahmen von Industrie 4.0 für die Anbieter und hinsichtlich des konkreten Kundennutzens für die Abnehmer?

Guide Hettwer: „Bosch Rexroth verfolgt bei Industrie 4.0 eine Doppelstrategie. Zum einen setzen wir als Leitanwender in den eigenen Produktionswerken die Vernetzung bereits in zahlreichen Projekten um. Die Digitalisierung steigert nachweislich die Effizienz in der Serienfertigung und ermöglicht in der variantenreichen Montage die wirtschaftliche Produktion von Losgröße 1 ohne Rüstzeiten. Zusätzlich steigern innovative Condition Monitoring-Lösungen die Verfügbarkeit der Maschinen und Anlagen.

Die Erfahrungen aus unseren Pilotprojekten fließen direkt in die Entwicklung unserer Automationslösungen ein. Gerade in der Verlagerung von Funktionen in die Software steckt ein sehr großes Potenzial für Hersteller von Automationstechnik, die damit zusätzliche Vorteile für die Anwender schaffen und sich vom Wettbewerb differenzieren.“

Produktion: Was dürfen Ihre Kunden erwarten, was ist möglich, wo liegen Grenzen und Risiken?

Hettwer: „Die schnelle Durchdringung von Industrie 4.0 durch komplett neue Werke auf der grünen Wiese ist in der Regel gerade für kleine und mittelständische Unternehmen unrealistisch. Aktuell zeichnet sich vielmehr ab, dass der sogenannte ‚Brownfield-Ansatz’ der wirtschaftlichere Weg ist. Die Vernetzung erfolgt hierbei erst im Kleinen, dann im immer größeren Rahmen evolutionär und mit den eigenen Mitarbeitern.

Bestehende Maschinen werden so weiter genutzt. Hier stellt Bosch Rexroth beispielsweise mit dem IoT-Gateway eine dezentral intelligente Lösung bereit, die in Kombination mit Sensorik die vorhandene Ausrüstung sehr wirtschaftlich fit für Industrie 4.0 macht. Dabei ist die Inbetriebnahme besonders einfach und schnell, da sie keinerlei SPS-Kenntnisse erfordert.“

Produktion: Wird es im Zuge der ‚Digitalisierung der Produktion’ auch zu einer stärkeren Vernetzung von Anbietern und Anbietern auf der einen Seite und von Anbietern und Kunden andererseits kommen?

Hettwer: „Industrie 4.0 wird die Wertschöpfung verändern, weg von starren Ketten hin zu flexiblen Netzwerken. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung Perspektiven für neue Geschäftsmodelle. So erfasst Rexroth beispielsweise mit dem Dienstleistungspaket ODiN die Betriebsdaten hydraulischer und elektromechanischer Module in großen Anlagen wie Gießereien, Stahlwerken, Zucker- und Papierfabriken oder Offshore-Installationen.

ODiN nutzt Machine Learning-Methoden, um aus den erfassten Sensordaten Wissen über den Betriebszustand der Anlage zu generieren und zuverlässige Vorhersagen zu treffen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen Fehler zu erkennen von 43 auf mehr als 95 Prozent und das, bevor er zu einem Ausfall führt. Damit reduziert ODiN das Risiko von Anlagenstillständen ganz erheblich.“

Guide Hettwer, Vorsitzender der Geschäftsleitung Vertrieb Europa Mitte, Bosch Rexroth AG, spricht am 17. März 2017 (Thema: ‚Industrie 4.0: Kundennutzen durch intelligente Produkte?’) auf dem Kongress ‚Maschinenbau vorausgeDACHt’, den VDMA, FMMGI und Swissmem, die Maschinenbauverbände Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, veranstalten. Anmeldung unter www.maschinenbauvorausgedacht.eu.

Das ist der Kongress „Maschinenbau VorausgeDACHt“

Erstmals laden drei große Maschinenbauverbände zusammen mit der Fachzeitung Produktion länderübergreifend gemeinsam ein. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Fachverband Metalltechnische Industrie, Österreich, und der Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) wissen um die enorme Bedeutung und die großen Chancen der Digitalisierung und unterstützen ihre Mitglieder schon seit Jahren in der Umsetzung von Industrie 4.0.

Stärken wir gemeinsam den Dialog zum Thema Industrie 4.0 innerhalb der Maschinenbaubranche. Seien Sie dabei!

Sie wollen am Kongress teilnehmen? Klicken Sie hier.

Mehr Infos zu Wettbewerb und Kongress finden Sie hier.