Eric Schweitzer Porträt

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (im Bild: DIHK-Präsident Eric Schweitzer) hat seine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in diesem Jahr angehoben. Die Kammerorganisation rechnet nun mit einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,5 Prozent. - Bild: DIHK

Die Kammerorganisation rechnet nun mit einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,5 Prozent. Im Februar hatte der DIHK noch lediglich ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent veranschlagt.

Die Bundesregierung rechnet laut ihrer offiziellen Frühjahrsprojektion vom April für dieses Jahr mit 1,7 Prozent Wachstum und damit mehr als die Mitglieder ihres Sachverständigenrats für Wirtschaft, die wie der DIHK mit 1,5 Prozent rechnen, und die führenden deutschen Konjunkturinstitute, die 1,6 Prozent erwarten.

Die Ökonomen des DIHK rechnen damit, dass die privaten Konsumausgaben dieses Jahr um 2,0 Prozent zulegen und die des Staates um 3,0 Prozent. Für die Bruttoanlageinvestitionen erwarten sie eine Steigerung um 2,4 Prozent. Für die Exporte sagt die Kammerorganisation eine Zunahme um 2,0 Prozent und für die Importe ein Plus von 4,2 Prozent voraus. Die Zahl der Arbeitslosen sieht der DIHK dieses Jahr bei 2,79 Millionen.

Geschäftserwartungen hellen sich auf

Der Prognose des DIHK liegt eine Umfrage der Kammerorganisation zugrunde, für die sie von Ende März bis Mitte Mai mehr als 24.000 Antworten aus den Mitgliedsbetrieben auswertete. "Die Konsumlaune trägt die Konjunktur durchs Jahr", erklärte der DIHK zu den Umfrageergebnissen. Die deutsche Wirtschaft bewertet demnach ihre derzeitige Geschäftslage zwar etwas schlechter als im Februar, sie zeigt sich für die Zukunft aber zuversichtlicher.

"Die Lageeinschätzung der Unternehmen kann den Rekordwert der Vorumfrage nicht halten", betonte der DIHK. Im langfristigen Vergleich bleibe die Stimmung aber gut, vor allem dank des niedrigen Ölpreises und guter Finanzierungsbedingungen. So seien Handel und Bau nach wie vor zufrieden. Als gut schätzten ihre Lage insgesamt 43 Prozent der Unternehmen ein und als schlecht 9 Prozent. Zuvor waren es 46 und 8 Prozent. Der daraus resultierende Saldo der Anteile guter und schlechter Lagebeurteilungen hat sich gegenüber dem Februar auf 34 von 38 Punkten verschlechtert.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen hellen sich nach der Erhebung auf - "vor allem binnengetrieben". Insgesamt stieg der Anteil der Optimisten nach der Umfrage von 24 auf 25 Prozent, während der Anteil der Pessimisten bei 13 Prozent blieb. Der Antwortsaldo lag mit 12 Punkten um einen Punkt höher als in der vorherigen Umfrage. Besonders Handel und konsumnahe Dienstleister seien zuversichtlich, erklärte der DIHK, und der Bausektor sei "außergewöhnlich optimistisch".