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Kurz vor der Hauptversammlung bei Volkswagen haben die Familien Porsche und Piëch als Großaktionäre einen Streit über die Zahlung einer Dividende für die Aktionäre für beendet erklärt. - Bild: VW

Man trage aber die von Vorstandschef Matthias Müller vorgestellten strategischen Weichenstellungen beim Autobauer voll mit, erklärten die Familienvertreter und Aufsichtsräte Hans Michel Piech und Wolfgang Porsche in einem Interview der Bild-Zeitung (Freitagsausgabe).

"VW sollte aktuell möglichst viel Geld im Unternehmen belassen, um die Dieselthematik zu bewältigen und gleichzeitig die notwendigen Zukunftsinvestitionen finanzieren zu können. Folgerichtig haben wir uns auch für eine geringstmögliche Dividendenzahlung ausgesprochen," so die beiden Familienvertreter gegenüber der Bild. Mit der am Donnerstag präsentierten "Strategie 2025" seien die grundlegenden Weichenstellungen für die Zukunft eingeleitet, "insofern ist das Thema vom Tisch."

Zuvor hatte es in unbestätigten Medienberichten geheißen, die Familien Porsche und Piech wollten bei VW eine Null-Dividende durchsetzen. Im Wiederholungsfall hätte dieser Dividendenausfall den stimmrechtslosen Vorzugsaktien von VW ein Stimmrecht eingeräumt, was die Sperrminorität des Landes Niedersachsen verwässert und im Zusammenhang mit einer anschließenden Kapitalerhöhung den Einfluss des Landes auf den Konzern dauerhaft gebrochen hätte. Dieses Szenario ist nach der von Müller vorgestellten Strategie, die stärker auf Elektrifizierung und Digitalisierung setzt und die Rückendeckung der Familien besitzt, offenbar vom Tisch.

Der Aufsichtsrat von Volkswagen, in dem neben Vertretern der Familien Piech und Porsche auch Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen sitzen, hatte im April angesichts der Belastungen aus dem Diesel-Abgasskandal in den USA die Zahlung einer deutlich verringerten Dividende von 0,11 Euro je Stamm- und von 0,17 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen.