Alexander Dobrindt

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Kritik von Seiten des TÜV Nord nicht auf sich sitzen lassen. Zum Wochenauftakt schickte der CSU-Politiker seinen Sprecher Sebastian Rudolph nach vorn. - Bild: CSU

Zum Wochenauftakt schickte der CSU-Politiker seinen Sprecher Sebastian Rudolph nach vorn. "Wir wollen vom TÜV Nord wissen, warum die falschen CO2-Werte nicht erkannt worden sind. Wir als Bundesregierung erwarten Antworten darauf", sagte Rudolph.

TÜV-Nord-Chef Guido Rettig hatte zuvor in einem Interview der Politik den Vorwurf gemacht, den Prüfern wirkungsvolle Instrumente bei der Kontrolle der Abgaswerte verwehrt zu haben. "Wir haben jahrelang darauf hingewiesen, dass die Motorsoftware Teil unseres Prüfauftrags werden muss. Ohne Erfolg", hatte Rettig beklagt. Die zuständigen Ministerien hätten leider nichts dagegen unternommen.

Dobrindts Haus versuchte, dem Vorwurf offensiv zu begegnen. "Die Untersuchungskommission prüft, ob man die Motorelektroniksoftware offenlegen kann", sagte Rudolph. Derzeit laufe dazu aber noch die Diskussion auf europäischer Ebene.

Volkswagen nutzte Schummelsoftware

Volkswagen verbaute in einem Teil seiner Motoren eine Schummelsoftware, um in Abgastests im Labor bessere Ergebnisse zu erzielen und gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Auf der Straße erweisen sich die Autos aus Wolfsburg in Wahrheit als viel dreckiger, weil sie deutlich mehr Stickstoff in die Luft blasen. Weltweit betroffen sind davon 11 Millionen Fahrzeuge, 2,4 Millionen in Deutschland.

VW hatte außerdem eingeräumt, auch bei einzelnen Modellen bei Verbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß die Tests geschönt zu haben. Auch hier soll die von Dobrindt eingesetzte Expertenkommission Antworten finden, wie der Autokonzern vorgegangen ist. Das Problem der Fachleute ist, dass sie bisher trotz Nachprüfungen nichts entdecken konnten. "Es ist für mich ein absolutes Rätsel", musste Rettig einräumen. Hieran macht das Verkehrsministerium nun seine Kritik fest.

Die Fachleute arbeiten seit Bekanntwerden des VW-Skandals Mitte September hinter verschlossenen Türen an der Aufarbeitung. Bislang liegen noch keine Ergebnisse vor.