Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Schon heute sind wir sicher, dass 2010 das beste Geschäftsjahr unserer Unternehmensgeschichte werden wird”, sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Dräger am Donnerstag und bekräftigte die erst vor einigen Wochen angehobenen Jahresziele. Die Aussichten für das kommende Jahr schätzt das Unternehmen weiter als nicht ganz so rosig ein.

Zwischen Juli und September legte der Umsatz des TecDAX-Konzerns auf 525,3 (Vorjahr: 454,4) Mio Euro zu. Vor Zinsen und Steuern verdiente Drägerwerk 34,1 (13,3) Mio Euro und unter dem Strich 14,3 (3,5) Mio Euro. Damit schnitten die Lübecker ergebnisseitig erwartungsgemäß ab, die Einnahmen lagen ein gutes Stück über den von Analysten prognostizierten 509 Mio Euro.

Für den deutlichen Anstieg insbesondere der Gewinnkennziffern machte das Unternehmen am Donnerstag die unverändert positive Entwicklung in Amerika und der Region Asien-Pazifik, vorteilhafte Währungseffekte und den anhaltend hohen Anteil des margenstarken Gerätegeschäfts in der Medizintechnik sowie das erfolgreiche Sparprogramm verantwortlich.

Das im Zuge der Wirtschaftskrise eingeführte “Turnaround”-Programm wird bereits in diesem Jahr voll ergebniswirksam werden und dem Konzern einen Positiveffekt von 100 Mio Euro bescheren – ein Jahr früher als ursprünglich geplant. “Wir haben hart daran gearbeitet, wettbewerbsfähiger zu werden als 2009″, erklärte Vorstandschef Dräger.

Die Mitte Oktober angehobene Prognose bestätigte Drägerwerk am Donnerstag erwartungsgemäß. Für 2010 rechnet das Unternehmen weiter mit einem Umsatzplus von einem Zehntel und einer Rendite vor Zinsen und Steuern von 8% bis 9%, nachdem zu Jahresbeginn nur ein Einnahmenzuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich und eine Marge von 5% bis 6% erwartet worden war.

Im Jahr 2009 hatte Drägerwerk unter der Wirtschaftskrise gelitten – vor allem im Bereich Sicherheitstechnik. Bei nahezu konstanten Einnahmen von gut 1,9 Mrd Euro ging der operative Gewinn auch wegen der Kosten des nun äußerst erfolgreichen Sparprogramms um rund ein Fünftel zurück. Die Marge vor Zinsen und Steuern lag damit bei noch 4,2%.

Die Aussichten für das kommende Jahr schätzt Drägerwerk weiter weniger optimistisch ein: “Die Richtung stimmt. Allerdings – so offen müssen wir sein – ist nicht das gesamte Umsatz- und Ertragswachstum auf unsere eigene Leistung zurückzuführen”, sagte Stefan Dräger. “Wir haben von einer Reihe von Sondereffekten und externen Faktoren profitiert, so dass unser sehr guter Basistrend positiv überzeichnet wird”, so der Manager mit Blick unter anderem auf vorteilhafte Wechselkurseffekte.

Für das kommende Jahr könne ein solcher Rückenwind nicht vorausgesetzt werden. Bei einem leichten Umsatzanstieg werde die Marge aus diesem Jahr wahrscheinlich nicht übertroffen, bekräftigte Dräger. “Mittelfristig planen wir, stärker zu wachsen als der Markt und eine nachhaltige EBIT-Marge von mindestens 10% zu erreichen”.

Am Markt sorgen die Zahlen und die bekräftigten Prognosen für wenig Aufregung. Die Drägerwerk-Aktie wird vorbörslich gut behauptet gestellt und notiert rund 0,2% über dem Vortagesschluss.