Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Der Ausblick des TecDAK-Konzerns für das neue Jahr fällt aber noch zurückhaltender aus als zuletzt. Die Einnahmen des Unternehmens lagen 2010 nach ersten Schätzungen bei 2,2 Mrd Euro. Das entspricht einem Plus von 14% und ist ein neuer Rekord, wie die in Lübeck ansässige Drägerwerk AG & Co. KGaA am Freitagnachmittag überraschend mitteilte.

Angepeilt hatte Drägerwerk lediglich einen Zuwachs um ein Zehntel. Bei der operativen Marge vor Zinsen und Steuern erreichte der TecDAX-Konzern 2010 erwartungsgemäß das obere Ende der anvisierten Spanne von 8% bis 9%. Der Auftragseingang stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 9% auf 2,2 Mrd Euro.

Beide Geschäftsbereiche legten im abgelaufenen Jahr deutlich zu: Der Umsatz in der Medizintechnik stieg um rund 17% auf 1,5 Mrd Euro, die Einnahmen in der Sicherheitstechnik erreichten 0,7 Mrd Euro (+9%). Die Margen vor Zinsen und Steuern lagen in den Segmenten damit bei etwa 12% bzw. 9%.

Ursächlich für die starke Umsatz- und Ertragsentwicklung waren nach Unternehmensangaben vor allem der unerwartet gute Auftragseingang im Schlussquartal, die anhaltend gute Entwicklung in Amerika und der Region Asien-Pazifik sowie vorteilhafte Währungseffekte und das erfolgreiche Sparprogramm. Das im Zuge der Wirtschaftskrise eingeführte “Turnaround”-Programm wurde entgegen ersten Annahmen bereits 2010 und damit ein Jahr früher als zuerst erwartet voll ergebniswirksam und bescherte dem Konzern einen Positiveffekt von 100 Mio Euro.

Im Jahr 2009 hatte Drägerwerk unter der Wirtschaftskrise gelitten – vor allem im Bereich Sicherheitstechnik. Bei nahezu konstanten Einnahmen von gut 1,9 Mrd Euro ging der operative Gewinn auch wegen der Kosten der nun äußerst erfolgreichen Rosskur um rund ein Fünftel zurück. Die Marge vor Zinsen und Steuern lag damit bei nur noch 4,2%.

Den Ausblick für dieses Jahr formulierte Drägerwerk am Freitag noch zurückhaltender als zuletzt. Zwar rechnet das im TecDAX notierte Unternehmen weiter mit einem leichten Umsatzzuwachs, sieht die Marge aber unter dem Wert des abgelaufenen Jahres bei 7,5% bis 8,5%. Bislang hatte Vorstandsvorsitzender Stefan Dräger zwar eine Steigerung für unwahrscheinlich aber zumindest eine konstante Marge für möglich gehalten. Zur Begründung für den vorsichtigeren Ausblick verwies Drägerwerk unter anderem auf höhere F&E-Investitionen sowie geplante Verbesserungen in der Marketing- und Vertriebsorganisation.