Containerschiff Hapag-Lloyd

Fusionen und Übernahmen stehen der Conatainerschifffahrt ins Haus. - Bild: Hapag-Lloyd

Führungskräfte aus der Branche glauben zudem, dass auch Fusionen und Übernehmen ins Haus stehen dürften.Die Frachtraten auf den tonangebenden Handelsrouten zwischen Europa und Asien sind allein in dieser Woche um 20 Prozent auf 767 US-Dollar pro Container gesunken. Die Frachtraten dümpeln schon seit Jahresbeginn die meiste Zeit deutlich unter 1.000 Dollar vor sich hin. Dabei betonen Frachtschiffbetreiber stets, dass alles unter 1.400 Dollar unhaltbar ist.

Eine Erholung ist absehbare Zeit nicht in Sicht. "Die Branche steht vor dem schlimmsten Jahr seit der Lehman-Pleite", sagt Jonathan Roach, Analyst bei Braemar ACM Shipbroking. Die Nachfrage tendiere gegen Null, und jeder Versuch, die Frachtraten in die Höhe zu treiben, sei zum Scheitern verurteilt.

Die Branche kämpft mit einem massiven Kapazitätsüberhang: Das Angebot ist 30 Prozent höher als die Nachfrage. Viele Betreiber kämpfen daher ums Überlegen. Die Hanjin Shipping Co etwa, Südkoreas größte Containerreederei und siebtgrößter Anbieter der Welt, musste im vergangenen Monat Insolvenz beantragen.

Was die Branche mit am stärksten belastet, ist die schleppende Konjunktur in China, dem weltgrößten Exporteur.

Die meisten der 20 weltgrößten Containerreedereien, darunter die Maersk Line, haben im vergangenen Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Analysten gehen davon aus, dass diese 20 zusammengenommen einen Verlust von 8 Milliarden US-Dollar anhäufen werden.

Schifffahrt-Analysten sehen in Betreibern mit weniger als 5 Prozent Marktanteil potenzielle Übernahmekandidaten. Von den 20 größten Reedereien der Welt kommen lediglich vier auf mehr als 5 Prozent Marktanteil, nämlich Maersk, die Mediterranean Shipping Co, CMA CGM und Cosco Container Lines.