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Eine schwierige SItuation für Solarworld-Chef Dr.-Ing. e.h. Frank Asbeck. - Bild: Solarworld

Nach einem Verlust der Aktiengesellschaft von 28,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr sank das Eigenkapital im HGB-Einzelabschluss auf 2,6 von zuvor 30,8 Millionen Euro. Diesen schweren Schlag hatten die Bonner bereits vergangene Woche per Ad-hoc-Mitteilung einräumen müssen.

Das Konzernergebnis nach IFRS belief sich auf minus 92 Millionen Euro nach einem Verlust von 33 Millionen Euro im Vorjahr, wie aus dem auf der Webseite des Unternehmens veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

Wegen des Preisdrucks durch chinesische Billig-Konkurrenz rutschte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf minus 99 Millionen Euro, im Jahr zuvor hatte Solarworld bereits einen EBIT-Verlust von 4 Millionen Euro geschrieben.

Der Konzernumsatz kletterte zwar um 5 Prozent auf 803 Millionen Euro, wuchs damit sehr viel langsamer als das Unternehmen sich noch zur Jahresmitte erhofft hatte.

Mit einem Konzernumbau und der Bündeldung von Aktivitäten an einzelnen Produktionsstandorten sowie dem Abbau von 400 Stellen bis 2019 will das Unternehmen gegensteuern. Das operative Ergebnis soll zwar im laufenden Jahr wieder steigen, allerdings noch in der Verlustzone bleiben.

Vorstandschef Frank Asbeck muss zwei existenzbedrohende Probleme in den Griff bekommen. Bis 2019 müssen zum einen rund 350 Millionen Euro an Krediten und Anleihen zurückgezahlt werden, und bisher ist es den Analysten ein Rätsel, wie er das nötige Geld dafür auftreiben will.

Außerdem ist zum anderen der Streit mit dem US-Siliziumlieferanten Hemlock noch nicht ausgestanden und bleibt eine große Gefahr für den deutschen Energiewendepionier. Vor Gericht geht es dabei um die für Solarworld gewaltige Summe von 800 Millionen US-Dollar.

Bereits 2013 stand das Unternehmen schon einmal vor der Pleite, doch Asbeck gelang es mittels Schuldenschnitt und frischem Kapital aus Katar, das vorzeitige Ende abzuwehren.