Harald Krüger BMW

BMW-Chef Harald Krüger will den großen Wurf. Statt in der Elektromobilität nur auf Kohlefaserautos der i-Reihe zu setzen, sollen bei den Bayern künftig eine ganze Reihe von Elektrofahrzeugen von den Bändern rollen. - Bild: BMW Group

Es ist die Flucht nach vorn. Statt in der Elektromobilität nur auf Kohlefaserautos i3 und i8 zu setzen, will der Premiumautobauer aus München künftig eine ganze Reihe von Modellen mit Elektroantrieben anbieten. Denn der große Player im zukunftsträchtigen Markt der Elektromobilität kommt derzeit aus Palo Alto. Und ein schwäbischer Konkurrent steht schon mehr als in den Startlöchern.

Abwehr der Konkurrenz oder Offensive?

BMW-Chef Harald Krüger sieht dringenden Handlungsbedarf, will man den Anschluss nicht verlieren. Der Topmanager will auf der nächsten Aufsichtsratssitzung Ende September ein umfassendes Programm zur Abwehr des Elektroauto-Pioniers Tesla vorlegen. Geplant sind laut Insidern rein elektrische Varianten des SUV X4, der erfolgreichen Limousine der 3er-Reihe und des Mini.

Die Münchener drohen ins Hintertreffen zu geraten. Wenn Tesla mit dem für 2018 angekündigten Model 3 auf den Markt kommt, werden es die Bayern in den USA sehr schwer haben. 400.000 Vorbestellungen liegen Tesla bereits vor.

Und in Punkto Preis und Reichweite haben die Kalifornier schon jetzt die Nase vorn. Der aktuelle i3 ist im Vergleich zu teuer und habe eine zu geringe Reichweite. Zudem liegen die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück.

Dieter Zetsche setzt auf Elektroautos

Schon im Juni stellte Daimler seine Roadmap in Sachen Elektromobilität für die nächsten Jahre vor. Im Kern setzen die Schwaben auf Hybridfahrzeuge, Elektrifizierung, Mobilitätslösungen und das Geschäft mit Batterien.

In den kommenden zwei Jahren will man über sieben Milliarden Euro in "grüne" Technologien investieren. Dabei sollen alle Mercedes-Benz-Baureihen elektrifiziert werden. Ende September soll auf dem Pariser Autosalon ein neues Langstrecken-Elektroauto seine Premiere feiern. "Dort wird ein elektrisches Fahrzeug von Mercedes-Benz mit rund 500 Kilometern Reichweite eine wichtige Rolle spielen“, so der Daimler-Konzernlenker.

Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber legte auch gleich nach: "Bis 2020 wird Elektromobilität bei Daimler sechsstellig", so der Manager. Zudem planen die Schwaben eine eigene Submarke für Elektroautos. Den Auftakt soll ein elektrisch angetriebener Geländewagen auf Basis des Modells GLC soll den Anfang machen. In Paris wird man mehr sehen.

Auch Volkswagen setzt auf die Elektromobilität

Auch im Norden der Republik scheint man den Weckruf der Elektromobilität gehört zu haben. In diesen Tagen kündigte Volkswagen-Chef Matthias Müller an, dass Europas größter Autobauer im Jahr 2020 30 elektrisch betriebene Modelle anbieten werde. Bereits im Juni hatte Müller prognostiziert, dass im Jahr 2025 rund 20 Prozent bis 25 Prozent des Gesamtabsatzes mit elektrischen Autos erzielt werden sollen.

Bei Harald Krüger dürfte also in den nächsten Tagen und Wochen keine Langeweile aufkommen, wenn das Stichwort Elektromobilität fällt.