AMSTERDAM (Dow Jones)–Auch in den kommenden Monaten liegt das Hauptaugenmerk auf den Flugzeugprogrammen A380, A400M und A350XWB. Im ersten Quartal steigerte EADS in einem sich langsam aufhellenden Umfeld zwar den Umsatz aufgrund höherer Auslieferungen um 6% auf 8,950 Mrd Euro, erreichte aber das Gewinnniveau des Vorjahres nicht. Das EBIT vor Goodwillminderungen und außerordentlichen Posten sowie unter Berücksichtigung außergewöhnlicher Wechselkurseffekte reduzierte sich um 64% auf 83 Mio Euro. Nachteilig haben sich das A380-Programm und schlechtere Hedging-Kurse ausgewirkt. Positive Effekte sind aus den Airbus-Serienprogrammen sowie dem Raumfahrt- und Verteidigungsgeschäft gekommen.

Das Nettoergebnis sank um 39% auf 103 Mio Euro. Gleichwohl übertraf der Konzern damit die Erwartungen der Analysten. Sie hatten im Konsens lediglich ein Umsatzplus von 3% für möglich gehalten und waren beim Nettoergebnis von einem Rückgang um mehr als 80% ausgegangen.

Das Nettoergebnis habe sich aufgrund von Wechselkurseinflüssen schwer schätzen lassen, erklärten die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg die Abweichung. Einige Marktteilnehmer zeigten sich über die über den Prognosen liegenden Ergebnisse erfreut, kritisierten aber den schwachen Ausblick und da vor allem den geplanten negativen Cashflow nach Kundenfinanzierungen. Der Kurs der Aktie stieg bis 10:28 Uhr um 2,6% auf 15,93 Euro.

Der Vorstand bezeichnete das Unternehmen trotz der bestehenden Herausforderungen als weiterhin “solide” aufgestellt. Die Tochter Airbus soll bis Jahresende ebenso viele Maschinen ausliefern wie 2009 mit 498 Fliegern. In den drei ersten Monaten sind bereits 122 Flugzeuge an Kunden übergeben worden. Bei den Bruttobestellungen rechnet der europäische Flugzeughersteller 2010 mit 250 bis 300 Maschinen. 60 neue Festbestellungen wurden von Januar bis März in die Bücher genommen. Eurocopter dürfte indes rund 6% weniger Hubschrauber ausliefern als vergangenes Jahr mit 558 Maschinen.

Das geplante EBIT im Konzern muss sich dem Vorstand zufolge im laufenden Jahr vielen Belastungen stellen. Im Vergleich zu 2009 verschlechterte Hedging-Kurse würden sich mit minus 1 Mrd Euro niederschlagen und auch das A380-Programm wird trotz geplanter Verbesserungen keinen positiven Beitrag liefern. Zudem rechnet der Vorstand mit geringeren Auslieferungen bei Helikoptern, einem Anstieg der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie einer Kosteninflation. Positive Effekte erwartet EADS durch Kosteneinsparungen und höhere Verkaufspreise bei ihren Zivilflugzeugen.

Der Free Cashflow vor Kundenfinanzierungen soll 2010 wegen nachhaltiger Zahlungsmitteleingänge aus dem Behörden- und Regierungsgeschäft und weiterer Vorauszahlungen im A400M-Programm neutral ausfallen. Der Free Cashflow nach Kundenfinanzierungen wird indes “negativ” in Aussicht gestellt.

“Ich bin vorsichtig optimistisch, dass es in unserer Branche langsam wieder aufwärts geht”, sagte EADS-CEO Louis Gallois. Die Wirtschaftsindikatoren würden auf einen Erholungstrend der globalen Konjunktur hinweisen. Dies wirke sich deutlich positiv auf den Luftverkehr aus.

Dennoch zeigen Gallois zufolge die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten, dass die Krise noch nicht gänzlich überwunden ist. “Die Volatilität ist weiterhin hoch, insbesondere aufgrund der Schwäche einiger Volkswirtschaften in der Eurozone”, sagte der CEO. Von der damit einhergehenden Stärkung des Dollars dürfte EADS hingegen mittel- bis langfristig profitieren – vorausgesetzt, dass sich der Dollar-Trend fortsetze.

Der Auftragseingang von 14,4 (9,328) Mrd Euro spiegelt EADS zufolge den geschäftlichen Aufwärtstrend in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld wider. Der Auftragsbestand von 416 (Ende 2009: 389) Mrd Euro sei eine solide Basis für künftige Auslieferungen, hieß es weiter.