Beim Langstreckenflugzeug Airbus A350-XWB muss EADS Verzögerungen hinnehmen (Bild: Airbus).

Beim Langstreckenflugzeug Airbus A350-XWB muss EADS Verzögerungen hinnehmen (Bild: Airbus).

AMSTERDAM (Dow Jones/ks)–Bei Auftragseingang, Umsatz, bereinigtem EBIT und Free Cashflow rechnet EADS nun mit höheren Werten als bisher angenommen. Zurücknehmen musste der im MDAX gelistete Konzern allerdings seine Pläne für das neue Langstreckenflugzeug A350XWB. Dies wird nun erst im ersten Halbjahr 2014 in Dienst gestellt. Bisher war das Jahresende 2013 geplant.

Bis zum Ende des Jahres will EADS rund 1.500 Bruttobestellungen in die Bücher nehmen. Das sind 500 mehr als bisher angenommen. Für den Vorstand in dies ein Zeichen dafür, dass sich der zivile Flugzeugmarkt trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen weiterhin robust zeigt. Weniger positiv sind indes die Aussichten für das militärische Geschäft. Hier bleiben die Verteidigungshaushalte Euroopäischer Staaten weiterhin angespannt.

EADS will im laufenden Jahr weiterhin zwischen 520 bis 530 Zivilflugzeuge ausliefern. Dies soll den Umsatz um mehr als 4% steigen lassen. Das Unternehmen hatte bisher nur einen Umsatzanstieg über Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Die erreichten Verbesserungen im Zivilgeschäft würden zu einem Anstieg des EBIT vor Einmaleffekten auf rund 1,45 Mrd Euro führen. – bisher war nur das Vorjahresniveau von 1,3 Mrd Euro angepeilt worden.

Der Konzern geht außerdem davon aus, dass der Gewinn je Aktie vor Einmaleffekten mit rund 0,9 Euro das Vorjahresniveau von 0,86 Euro übersteigen wird. Auch hier war bisher nur ein Wert über Vorjahr in Aussicht gestellt worden.

Zuversichtlich zeigte sich der Vorstand auch für das kommende Jahr. Er rechnet weiterhin mit einer signifikanten Verbesserung des EBIT vor Einmaleffekten und begründet dies mit höheren Auslieferungen und Preisen und Verbesserungen im A380-Programm.

Das dritte Quartal spiegelt auf den ersten Blick die positive Einschätzung des Unternehmens nicht wider. Der Umsatz sank vor allem aufgrund geringer Flugzeugauslieferungen um 4% auf 10,751 Mrd Euro. In der Folge verschlechterte sich auch das EBIT um 15% auf 322 Mio Euro. Unter dem Strich verzeichnete EADS jedoch ein dickes Plus. Der Nettogewinn stieg auf 312 (13) Mio Euro. Verantwortlich dafür ist ein positiver Einmaleffekt von 120 Mio Euro aus der Beendigung des A340-Programms sowie Verbesserungen im Finanzergebnis.

Von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Konsens noch weitaus schlechtere Ergebnisse erwartet. Deswegen zeigten sich Marktteilnehmer sehr angetan. Sie bezeichneten die Zahlen und den Ausblick als “sehr gut”.