Der Auftragseingang stieg bei EADS im vergangenen Jahr um satte 81% - der Konzern zeigt sich

Der Auftragseingang stieg bei EADS im vergangenen Jahr um satte 81% - der Konzern zeigt sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf (Bild: EADS).

MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Nachdem die Aktionäre für das Jahr 2009 keine Ausschüttung erhalten hatten, sollen sie nun nach Angaben des Unternehmens vom Mittwoch mit einer Dividende von 0,22 Euro bedacht werden.

Den Umsatz verbesserte der Konzern 2010 um 7% auf 45,752 Mrd Euro. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 0,68 Euro, nach einem Vorjahresverlust von 0,94 Euro. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten mit schlechteren Ergebnissen gerechnet: Sie hatten im Konsens nur einen Anstieg des Umsatzes um nur 4% auf rund 44,5 Mrd Euro erwartet und einen Gewinn je Aktie von 0,62 Euro.

Für das laufende und das kommende Jahr zeigte sich der Vorstand weiterhin zuversichtlich. 2011 soll der Umsatz das Niveau von 2010 übersteigen. Unterlegt ist dieser Prognose ein Wechselkurs von 1,35 Dollar je Euro.

Das EBIT vor Einmaleffekten soll 2011 auf dem Niveau des abgelaufenen Jahres (1,3 Mrd Euro) bleiben. Bereits im kommenden Jahr rechnet der Vorstand aber mit einer erheblichen Verbesserung dieser Kennzahl. Begründet wird dies mit erwarteten höheren Auslieferungen, steigenden Verkaufspreisen und weiteren Verbesserungen im A380-Programm.

Der Gewinn je Aktie wird im laufenden Jahr nach weiterer Einschätzung des Managements das bestehende Niveau von 0,68 Euro übersteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Tochter Airbus 520 bis 530 Zivilflugzeuge ausliefern. Höher als die Auslieferungen sollen die Bruttobestellungen liegen.

Das EBIT vor Einmaleffekten, das 2011 auf dem Niveau von 1,3 Mrd Euro gesehen wird, soll zwar von der positiven Mengen- und Preisentwicklung bei Airbus Commercial profitieren. Dabei werden aber verschlechterte Hedging-Kurse, höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung und ein unvorteilhafter Geschäftsmix bei der Sparte Cassidian diese Effekte kompensieren.

Der freie Cash Flow wird der aktuellen Prognose zufolge positiv ausfallen. Präzisieren mag EADS diese Angabe erst im weiteren Verlauf des Jahres.

Trotz des positiven Ausblicks bleibt der Vorstand vorsichtig und beobachtet die institutionellen Märkte einschließlich des Hubschraubersektors sowie die Etats der öffentlichen Haushalte weiterhin aufmerksam. Als weitere Risiken nennt er mögliche Steigerungen bei Öl- und Rohstoffpreisen, den Flugverkehr in Nordafrika und anhaltende Währungsunsicherheiten.

Im laufenden Jahr stieg der Auftragseingang dank hoher Bestellungen für zivile Flugzeuge um 81% auf 83,1 Mrd Euro. Der Auftragsbestand kletterte dadurch um 15% auf 448 Mrd Euro und stellt den Angaben zufolge eine “solide” Basis für künftige Auslieferungen dar.

Besser als erwartet fielen Ertragskraft und Cash-Generierung aus. Das EBIT vor außerordentlichen Posten stieg auf 1,2 (-0,322) Mrd Euro und profitierte von den Ergebnissen bei Airbus und den anderen Kerngeschäften.

Die Nettoliquidität erhöhte sich um 22% auf 11,9 Mrd Euro. Sie ist für den Vorstand ein wichtiger Aktivposten, “um künftiges Wachstum voranzutreiben”.

Vorstandsvorsitzender Louis Gallois zeigte sich mit dem Ergebnis 2010 zufrieden. “Bei der Steuerung und Kontrolle unserer wichtigsten Programme haben wir große Schritte nach vorne gemacht: Die Risiken im A400M-Programm wurden erheblich reduziert, und die A380-Produktion läuft stetig besser”, sagte er am Mittwoch. Priorität für die nächsten Jahre habe die stetige Verbesserung der Rentabilität, um einen soliden Grundstein für nachhaltiges Wachstum zu legen.