BERLIN (Dow Jones/WamS/rm).”Natürlich müssen wir insgesamt die Profitabilität von EADS verbessern – das gilt ohne Frage auch für den A380″, sagte Uebber in einem Gespräch mit der “Welt am Sonntag” (WamS). “Wir müssen unsere Produktion noch besser in den Griff bekommen.” Dennoch müsse man ein Flugzeugprogramm wie den A380 über einen Zeitraum von 30 bis 40 Jahren betrachten. Da lasse sich die Ertragskraft noch entwickeln. Der MDAX-Konzern habe alle Möglichkeiten, “langfristig profitabel zu wachsen”.

Der Fall des Euro sorgt bei dem europäischen Flugzeughersteller bislang nicht für Nervosität. “Der Euro ist zwar gerade wieder schwächer, aber nicht auf einem niedrigen Niveau”, sagte Uebber. Der Euro sollte im Bereich um 1,20 Dollar liegen, nannte er seinen idealen Wechselkurs. Die European Aeronautic Defence and Space Co NV (EADS) profitiert langfristig von einem schwächeren Euro, da sie in der Euro-Zone produziert und Flugzeuge in Dollar abgerechnet werden. Zu schwach dürfte der Euro dennoch nicht werden, sagte Uebber. “Dann ginge es nämlich darum, wie Europa wirtschaftlich noch dasteht und damit ganz simpel um die Frage, ob wir überhaupt noch genug fliegen.”

Uebber bekräftigte, dass die Daimler AG trotz finanzieller Belastungen Großaktionär bei EADS bleibt. “Der Wert von EADS wird steigen, und daran wollen wir als Daimler partizipieren.” Für die Dauer der Daimler-Beteiligung – der Stuttgarter DAX-Konzern hält an EADS 15% der Aktien und 22,5% der Stimmrechte – habe man sich keinen Zeitraum gesetzt. Daimler sehe sich bei EADS nicht als Statthalter der Bundesregierung. “Unsere Beteiligung ist kein politisches Engagement, sondern ein Daimler-Engagement”, sagte Uebber, der auch Finanzvorstand bei Daimler ist.

EADS werde seine internationale Ausrichtung verstärken, kündigte Uebber an. “Natürlich müssen wir auch dorthin gehen, wo wir unsere Produkte verkaufen, nach China, in den Nahen Osten, nach Indien, in die USA. Das ist aber nicht nachteilig für das Wachstum in Deutschland. Hier werden wir anteilig mitwachsen. Der Kern von EADS bleibt europäisch.”

Uebber plädierte für eine rasche Beilegung des Subventionsstreits zwischen Boeing und Airbus, der die Welthandelsorganisation WTO beschäftigt. “Wir streiten uns, während China, Russland und Brasilien aufholen und uns Konkurrenz machen”, sagte er. “Mein Rat: statt der WTO-Auseinandersetzung sich auf den Wettbewerb konzentrieren.” Ohne staatliche Unterstützung sei Flugzeugbau dennoch unmöglich. “Unsere Industrie kann nur so funktionieren: Die Zahlen sind zu groß.”