FRANKFURT (Dow Jones/rm). “Wir müssen mit der Politik reden, um die Zukunft des Industriestandortes in militärischen Dingen nicht ganz zu verlieren”, sagte Stefan Zoller, Leiter der EADS-Verteidigungssparte Cassidian, der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” (FASZ). Wenn die Gewerkschaft IG Metall vor dem Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie warnt, sei das keine Panikmache, sagte Zoller, es gehe um “die Existenz einer ganzen Branche, verbunden mit Tausenden Arbeitsplätzen. Allein Cassidian beschäftigt knapp 30.000 Menschen weltweit, davon ein großer Anteil in Deutschland.”

Mit der Diskussion um das unbemannte Flugzeug würden jetzt die Weichen gestellt, sagte Zoller: “Wenn wir nicht in absehbarer Zeit das europäische Flugsystem Talarion realisieren, hat der militärische Flugzeugbau keine Zukunft mehr in Deutschland. Und wenn die technologischen Fähigkeiten einmal weg sind, sind sie unwiderrufbar verloren. Mit der Folge, dass dieses ganze Geschäftsfeld aussterben wird.”

Sein Konzern arbeite seit zehn Jahren an der Entwicklung des unbemannten Flugzeugs. “Wir können all das nicht ewig vorfinanzieren”, sagte er. Auf die Bundesregierung entfielen 100 Mio EUR Anschaffungskosten. “100 Mio EUR, gestreckt auf fünf bis sieben Jahre, entscheiden darüber, ob es die militärische Flugzeugindustrie in Deutschland noch gibt – oder eben nicht”, sagte er.